Ehninger Ortsteile und Strassennamen

Vielen Bürgern, nicht nur in Ehningen, ist die Herkunft und Bedeutung mancher Straßennamen nicht geläufig. Häufig werden Strassen nach bekannten Personen - sei es von regionaler oder überregionaler Bedeutung - benannt, andere nach geo- grafischen Bezugspunkten wie Bergen oder Flüssen, andere wiederum nach Pflanzen oder Tieren. Solche Straßennamen erklären sich meist von selbst. Anders verhält es sich oft bei historisch gewachsenen Bezeichnungen, deren Herkunft und Bedeutung sich nicht so einfach erschließen lässt.

In den Jahren 1981 bis 1983 wurden im Mitteilungsblatt der Gemeinde Ehningen auf eine Anregung des damaligen Bürgermeisters Hans Heinzmann und teilweise unter Federführung von Herrn F. Lukas, Ehningen, zahlreiche Straßennamen erläutert. Diese Veröffentlichungen sowie das Buch von Peter Löffelad: Die Flurnamen von Ehningen, unter Verwendung der Vorarbeiten von Helmut Keck; Ehningen - Beiträge zur Ortsgeschichte; hrsg. vom Heimatgeschichtsverein Ehningen e.V., Ehningen, 1995) bilden, neben allgemeinen Nachschlagewerken, im wesentlichen die Grundlage für die nachfolgenden Erläuterungen ausgewählter Straßenbezeichnungen (in alphabetischer Reihenfolge). In Einzelfällen sind abweichende Quellen angegeben.. Auf die Erläuterung einiger der "einfacheren" Straßennamen wird gelegentlich verzichtet. Die Straßen- bezeichnungen im Neubaugebiet "Bühl" werden unter den Bezeichnungen der Ortsteile bzw. Flurnamen kurz erläutert.

I) Bezeichnungen von einzelnen Ortsteilen oder Fluren:

Bernrain

Zwischen der Bundesstrasse (B 14) am nordöstlichen Ortsende und der Herdstelle liegt der Bernrain. Der Name leitet sich vermutlich von Bern, der Kurzform des männlichen Vornamens Bernhard ab, der wieder auf Bär zurückgeht; ein direkter Bezug zu Bär ist jedoch unwahrscheinlich. Rain ist wie im Nhd. der Feldrand, der meistens eine kleine Böschung bildet.

Bol (l)

(die neuere Schreibweise Bol ist lt. P. Löffelad falsch, weil mit langem o auszusprechen, während die ortsübliche Form eindeutig kurzes o aufweist). Der oder das Boll ist die Bezeichnung für eine rundliche Erhebung. Dies läßt sich heute für das Ehninger Boll im Gelände nur  noch annäherungsweise nachvollziehen, denn das Boll wurde offenbar weitgehend abgetragen, zuletzt durch den Bau der Bundesstrasse (B 14) , so dass nur noch der südliche Teil erhalten blieb. Früher reichte das Gewand namens Boll von der Ziegelhütte bis zum Stein am Augraben. Der Flurname Boll könnte auf einen Grabhügel hindeuten. Möglicherweise liegt aber auch eine andere Bedeutung zugrunde, die auf ahd. boll = Töpfererde zurückgeht.

Bühl

Der Bühl (mhd. Bühle; ahd. buhil = Hügel) ist eine Bodenerhebung nordöstlich vom Ort zwischen den Gewanden Hinteres Tal und Tal. Die Äcker auf dem Bühl gehörten früher zur Zelg Hohenberg.

Für das Neubaugebiet "Bühl", das derzeit (2004/2005) erschlossen wird, wurden im Juli 2003 bereits die künftigen Straßenbezeichnungen festgelegt. Danach sollen die Straßen des (vom Ortskern aus betrachtet) linken Teils des Gebiets nach Kräutern (Salbei-, Rosmarin-, Lavendel-, Malven-, Kleeweg), des mittleren Teils nach Büschen und Sträuchern (Holunder-, Weißdorn-, Schlehen-, Wacholder-, Ginster-, Liguster-, Schneeball-, Flieder-, Jasmin-, Haselweg) und im rechten Teil (nach der Grünzäsur) nach Flüssen (Neckar-, Enz-, Kocher-, Jagst-, Nagoldweg) benannt werden. Die Haupterschlies- sungsstraße erhält den Namen Bühlallee (siehe dort), die Ringstraße erhält den Namen Gäublickstraße. Für die Unterführung zur S-Bahn wird die Bezeichnung Hohlweg gewählt, um an die alte Bezeichnung Hohlweg zu erinnern. Der Hohlweg führte in einem Geländeeinschnitt früher parallel zur Dagersheimer Straße in nördlicher Richtung aus dem Dorf heraus. Dieser Weg ging mit dem Bau der Bahnlinie unter. (Quelle: Vorlage für den Gemeinderat Nr. 74/2003; 8.7.2003)

Fronäcker

Der Gemeinderat  hat am 10. Mai 1983 dem Gebäude an der Gartenstrasse den Namen "Fronäcker-Schule" gegeben. Woher kommt dieser Name? Was bedeutet "Fronäcker"?

Zur fränkischen Zeit kamen die Leiherechte auf. Das Fronland, auch Fronäcker genannt, mit dem Fronhof als Mittelpunkt blieben der Teil des Eigentums, den der Grundherr selbst bewirtschaftete. Der größte Teil des grundherrlichen Besitzes wurde gegen Abgaben von Naturalien an Lehensleute ausgegeben. Die Reallasten wurden im Mittelalter als dingliche Belastungen von Grundstücken mit wiederkehrenden Leistungen oder "Fron(d)en" angesetzt. Das Zeitwort "fronen" und das Hauptwort "fron" (beides zum mittelhochdeutschen Worte "fro" = der Herr gehörend) bezeichnen Leistungen von einzelnen Lehensträgern an weltliche oder geistliche Herren, auch an eine Gemeinde. Grundherrliche Dienste, sog. Gült- und Gutsfronen und damit belastete Güter liegen in den Namen "Fronäcker" und "Fronwiesen" vor. Solche Abgaben waren meist an bestimmten Tagen fällig, z.B. auf Sebastiani = 29. Januar, Lichtmeß = 2. Februar, Michaelis = 29. September, Galli = 16. Oktober, Martini = 11. November sowie auf Georgii mit wechselnden Terminen. Sie galten als "jährlich, ewig und unablöslich" zahlbar. Sie bestanden z.B. in der Ablieferung von Geflügel, Hühnern und Gänsen, Lebensmitteln (den Mutscheln, Fladen (dünne Kuchen), Würstchen, Fruchtarten wie Hafer, Roggen, Gerste, aber auch in Eiern, Öl, Pfeffer, Salz und Käse. Nach alten Karten aus der Zeit um 1830 war die Gewannbezeichnung in dem Bereich des Gebäudes an der Gartenstrasse "Fronäcker". Diese Bezeichnung ist zwar inzwischen in Ehningen untergegangen, um sie jedoch in Erinnerung zu behalten, wurde dem Gebäude der Name Fronäcker-Schule gegeben.

Herdstelle

Im Althochdeutschen bedeutet "herd" ganz schlicht und einfach einen Platz für eine Feuerstelle. Im Mittelhochdeutschen tritt eine Erweiterung der Wortbedeutung insofern ein, als nunmehr das Wort "hert" neben dem Platz einer Feuerstelle auch das Haus um diesen Platz herum bedeutet. Diese etymologische Deutung trifft aber allen Nachforschungen nach nicht zu. Es ist eher anzunehmen, dass der Flurname auf den Begriff "Herde" zurückzuführen ist. Wir dürfen sicherlich in dem Wort "Herdstelle" einen Platz vermuten, der allen zugänglich war, wie es ja auch tatsächlich gewesen ist, als man dort, bevor das Gelände ein Auffüllplatz wurde, sein Vieh weiden lassen durfte. Die naheliegende Flurbezeichnung "Kühtränke", oft auch als "Kühtröge" bezeichnet, deutet darauf hin, dass dort, am Fuß des "Wingertsberges", das Vieh zur Tränke getrieben wurde oder sie selbst aufsuchte. Drei starke Quellen sorgten damals und auch heute noch für das begehrte Nass. Später, als das Gelände zum gemeindeeigenen Auffüllplatz wurde, hieß es weiterhin "Herdstelle". Sie blieb es auch nach der Auffüllung dieses Geländes, als es parzelliert, als Kleingartengelände diente. Später wurde es als erstes Baugelände der Gemeinde nach dem 2. Weltkrieg an Bauwillige zu einem geringen Quadratmeterpreis abgegeben. Als erster Bau entstand das "Schäferstüble"  der Familie Friedrich Kern, vorab der Schafstall im Jahr 1948, dem später dann das Wohngebäude mit der Gastwirtschaft folgte, die im Jahr 1950 eingeweiht wurde. Im Namen des Wohngebietes "Herdstelle" und im Straßennamen "Herdweg" wurde bewusst ein Flurname für die nach-kommenden Generationen festgehalten, der ansonsten wohl aus dem Sprach- gebrauch der Gemeinde verschwunden wäre.

Letten

Erläuterung siehe Straßenname "Im Letten"

Mauren

Die älteste Erwähnung Maurens findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 1320. Damals war Mauren noch ein Dorf mit einer Burg. Bis zum 30-jährigen Krieg war es aber bereits zu einem Weiler bzw. Schlossgut herabgesunken. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wohnten hier noch etwa 50 bis 60 Menschen; nach dem 30-jährigen Krieg nur noch 26. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurde wieder die Zahl von 65 Einwohnern erreicht.

Der Name Mauren wird auf einen römischen Ursprung zurückgeführt, vermutlich weil vor vielen Jahrhunderten noch römische Mauerreste erkennbar waren. Beim Abbruch des alten Wasserschlosses (1615) sollen römische Säulen und Gefäße gefunden worden sein. Ein solches Säulenfragment ist noch erhalten. In der Nähe des Schlossgutes wurden 1892 eiserne Werkzeuge und Gerätschaften vermutlich römischen Ursprungs gefunden.

Möglicherweise auf den Resten eines römischen Bauwerks wurde in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts eine Burg mit Wassergraben erbaut.  Die Lage dieser ersten Burg konnte 1955 durch einen Zufallsfund bei Baggerarbeiten in etwa lokalisiert werden. Kurz vor dem 30-jährigen Krieg wurde diese Burg abgebrochen und auf der Nordseite der Würm auf höhergelegenem Gelände zwischen 1615 und 1617 durch den berühmten Baumeister Heinrich Schickhardt neu errichtet. Diese Burg wurde 1943 bei einem Bombenangriff zerstört; die Ruinen sind heute noch erhalten.

Seit 1459 war Mauren ein lehenfreies Eigentum, also ein freies Rittergut. Die Landesherrschaft verfügte nur über kirchliche Rechte, da die ursprüngliche Maurener Kapelle zuerst zur Kirche Altdorf gehörte und später über das Kloster Bebenhausen mit der Reformation an das Land Württemberg kam.

Wahrscheinlich seit dem 11. oder 12. Jahrhundert hatte Mauren eine Kapelle, die im 14. Jahrhundert mit Turm und Chor zu einer "richtigen" Kirche erweitert wurde. Vermutlich um 1470 wurde das romanische Kirchenschiff abgerissen und durch das heutige gotische Schiff ersetzt. Eine eingemeißelte Jahreszahl "1556" weist auf einen Neu- oder Umbau in dieser Zeit hin.

Die Kirche ist der Jungfrau Maria und dem Hl. Pelagius geweiht (ein Heiliger aus dem 3. Jahrhundert, dessen Gebeine Anfang des 10. Jahrhundert nach Konstanz kamen und seitdem einer der Konstanzer Kirchenpatrone ist).  (http://www.heiligenlexikon.de)

Im Jahre 1293 verlieh Papst Bonifaz IX. der Marien- und Pelagiuskapelle einen Ablassbrief. Daraus entwickelte sich eine rege Wallfahrt, die der Gemeinde eine kräftige Blütezeit bescherte, die erst mit der Reformation endete. Zusammen mit der Wallfahrt entwickelte sich der "Bolai"-Markt (verkürzt aus "Pelagius"), der bis ins 17. Jhdt. jeweils am 28. August (dem Tag des Hl. Pelagius) stattfand.

Mit dem Niedergang wurde die Kirche für die kleine Gemeinde zu groß; 1827 ließ der damalige Besitzer den Chorraum durch eine Mauer abtrennen und nutzte das Kirchenschiff als Lagerraum. Erst 1806 kam Mauren unter württembergische Landeshoheit; daraufhin wurde 1809 die Pfarrei aufgehoben und die Pfarrei Mauren Böblingen zugeschlagen. 1831 dann nach Ehningen.

Seit 1753 gab es in Mauren einen eigenen Schulmeister; der Unterricht fand vermutlich im Pfarrhaus statt. Die Schule hatte kaum mehr als 10 Schüler; zeitweise wurde der Unterricht von Ehninger Hilfslehrern ausgeübt. Seit 1828, als der Unterricht in Mauren mangels Schülern eingestellt werden musste, gehen Maurener Kinder in Ehningen zur Schule.

Seit 1851 gehört Mauren zur Gemeinde Ehningen.        

Siehe auch Maurener Straße.

Quellen: Heimberger, Fritz: Geschichte der Ehninger und Maurener Volksschule; 

              Gleissner, Karl: Ehningen - Chronik eines schwäbischen Dorfes im Gäu;

               Oberamtsbeschreibung von 1850

Schalkwiese

Der Name ist in unterschiedlichen Schreibweisen bezeugt seit 1307.  Die Schalkwiese schloß sich südlich vom Ort an die Krautgärten an und liegt heute zwischen dem Rohrbach (früher Aißgraben) und der Hildrizhauser Strasse. Nach der Schalkwiese heißt auch der dortige Sportplatz.

Der Name geht auf mhd. Schalc = Leibeigener, Knecht zurück. Es handelte sich demnach vermutlich um minderwertiges Grasland, das zum unterhalt der niederen Knechte diente.

II) Ehninger Straßennamen von A bis Z

Ahornweg

Der Ahorn kommt bei uns in drei Arten vor als Spitz-, Feld- und Bergahorn. Der Bergahorn wird auch "falsche Platane" genannt, da seine Blätter sehr denen der Platane ähneln. Der Spitzahorn findet sich häufig in Wäldern, er ist auch Alleebaum. Der Bergahorn ist meist im Gebirge zu Hause. Das Holz dient vorzugsweise zu Furnieren für Wandtäfelungen. Aus dem Holz des Feldahorns werden die berühmten Ulmer Pfeifenköpfe hergestellt, aus dem Bergahorn Holzgeschirre. Es wird auch als Material für Musikinstrumente verwendet.

Aidlinger Strasse

In der Oberamtsbeschreibung des Jahres 1850 werden verschiedene Schreibweisen für den Ortsnamen angegeben: Oetlingen, Otelingen, Othelingen, Oetilingen. Heute wird er so wie der Bach Aid, woher der Name wohl auch kommt, nach der ortsüblichen Aussprache geschrieben. Der Ort gehörte einst zur Pfalzgrafschaft Tübingen. Ein Dienstmann des Grafen Rudolf von Tübingen war der Ortsadel H. Rufus de Othelingen dictus Cobirer, welcher 1275 April 17., ein Gut an das Stift Sindelfingen verkaufte. Früher schon war das Kloster Reichenau im Besitz von Gütern und Einkünften im Ort. Der Abt des Klosters, Walafried, zählte im Jahre 843 unter seinen Einkünften auch "1 Haspel Hanf, welche Aidlingen jährlich liefern musste". Burkhard von Bondorf kaufte den Kirchsatz nebst einem Fronhof dem Abt Eberhard von Reichenau ab, und so kam Aidlingen am 21. Juni 1355 an die Herren von Bondorf. Diese erfreuten sich aber nicht lange ihres Besitzes, denn sie veräußerten ihn schon zehn Jahre später im Jahre 1365 an die Grafen Eberhard und Ulrich von Württemberg. Die Ortshoheit scheint ebenfalls im 14. Jahrhundert an die Grafen von Württemberg übergegangen zu sein. Auf der Aidlinger Markung haben sich an verschiedenen Stellen Überreste aus der Vorzeit (Römer und Alemannen) erhalten, die zeigen, dass dieser Ort schon frühzeitig eine stark besiedelte Gegend gewesen ist.

Alemannenweg

Der Name bezieht sich auf die Alemannen, ursprünglich ein Verband von Teilstämmen der westgermanischen Sueben. Ursprüngliche Herkunft wohl aus dem Ostseeraum. Erstmals um 212 am oberen Main genannt, stoßen die Stämme im 3. Jahrhundert über den Limes vor bis ins oberrheinische Tiefland. Im 5. Jhdt. Ausdehnung über die Pfalz, Elsaß bis in die Nordschweiz; um 500 von den Franken unterworfen. Das Anfang des 10. Jhdts. entstandene Stammesherzogtum Schwaben umfasste noch das gesamte alemannisch-schwäbische Stammesgebiet. Nach 1250 Auflösung in zahlreiche Einzelterritorien. Weitere Informationen zur Vor- und Frühgeschichte finden Sie HIER.

Allensteiner Strasse

Allenstein war die Hauptstadt es gleichnamigen Regierungsbezirks im südlichen Ostpreußen. Es war ein wichtiger Verkehrsknoten und beherbergte neben Behörden und Schulen eine vielseitige landwirtschaftliche Verarbeitungsindustrie. 1939 hatte Allenstein rund 50.000 Einwohner. Um die Burg Allenstein, die 1348 vom Deutschen Ritterorden erbaut worden war, entstand ein Ort, der 1353 das Stadtrecht erhielt. Im zweiten Thorner Frieden (1466) musste der Ordensstaat unter anderem auch das Ermland, in dem Allenstein liegt, an Polen abtreten. 1772 fielen diese Gebiete wieder an Preußen zurück. Dadurch aber blieb das Ermland katholisch, während das übrige  Ostpreußen 1525 durch den Übertritt des letzten Hochmeisters, Albrecht von Brandenburg, evangelisch wurde. Der große deutsche Astronom, Nikolaus Kopernikus (1473 - 1543) hat mehrere Jahre das Amt eines Landpropstes in Allenstein bekleidet. Seit 1945 ist Allenstein polnisch und wird Olsztyn genannt.

Allmandstrasse

Die Bezeichnung geht vermutlich auf die "Allmende" zurück. Dies war ein Teil der Gemeindeflur im Gesamteigentum meist nur der alteingesessenen Dorfbewohner, in der Regel verbunden mit bestimmten Nutzungsrechten, aber auch Pflichten.

Altdorfer Weg

Altdorf hat seinen Namen von Alcdorf über Alchdorf und Aldorf und seit 1204 schon Altdorf in seiner heutigen Form. Wahrscheinlich leitet sich der Name vom althochdt. "alach" ab, was soviel wie Tempel oder Heiligtum bedeutet. Wenn man früher uneinig war, ob es sich um ein heidnisches oder christliches Gebäude gehandelt haben könnte, und ob es am Ort selber stand oder Altdorf zu einem solchen gehörte, so neigt man heute überwiegend der Annahme zu, dass es sich um ein christliches Gebäude gehandelt hat.

Michael Hahn ist hier geboren. Die Oberamtsbeschreibung aus dem Jahr 1850 sagt dazu: " Altdorf ist die Heimat von Johann Michael Hahn, Sohn eines Bauern, welcher allhier am 2. Februar 1758 geboren wurde und am 20. Januar 1819 in Sindelfingen, wo er sich meist aufhielt, starb. Dieser Landmann von theosophischer Richtung, welcher durch seine Vorträge und zahlreichen Schriften großen Anhang gewann, ist Stifter der Michaelianer, eines nach ihm benannten Pietistenzweiges."

Das Altdorfer Wappen zeigt über einem schwarzen Schildfuß, darin ein wurmartig gekrümmtes silbernes Wellenband, in Gold einen rotbezungten und rotbewehrten Wolfsrumpf. Im Jahr 1919 nahm die Gemeinde einen an der Stuttgarter Kunstgewerbeschule ausgearbeiteten Entwurf an, der das von der Archivdirektion vorgeschlagene Wappen der "Swigger von Altdorf" von 1381 (Wolfsrumpf) mit einem Hinweis auf die bei Altdorf entspringende Würm verband.

Altvaterweg

Der Altvater, mit 1490 Metern der höchste Berg des nach ihm benannten Altvatergebirges (Ostsudeten). Bergbau, Wander- und Wintersportgebiet.  Zahlreiche bekannte Kurorte und Heilbäder, wie Gräfenberg-Freiwaldau, Nieder-Lindewiese, Groß-Ullersord, Karlsbrunn, Johannisbad und Blauda, erfreuen sich noch heute eines regen Zuspruchs. Gräfenberg, der älteste, im Jahr 1826 gegründete Wasserkurort, verdankt seinen Ruhm dem Naturarzt und Landwirt Vinzenz Prießnitz, der durch seine Kaltwasserheilanstalt, er verwendete vorzügliches reines Quellwasser mit Temperaturen von 4,5 bis 8,5 Grad, weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt geworden ist. Ein Zeitgenosse Prießnitz´, Johann Schroth, ebenfalls Landwirt und Naturheilkundiger, kurierte seine Patienten durch Durst, Schwitzen und trockene Semmeln im benachbarten Nieder-Lindewiese. Eines der höchstgelegenen Heilbäder der Sudeten ist das am Ostabhang des Altvater gelegene Bad Karlsbrunn (783 m ü.d.M.), dessen kohlensäurehaltigen Quellen aus großer Tiefe an die Oberfläche kommen.

Am Bahndamm

Bezeichnung bezieht sich auf die parallel zur Strasse verlaufende Bahnlinie Böblingen -  Herrenberg (Gäubahn).

Am Keltenwald

Auf dem Gelände des heutigen IBM-Rechenzentrums wurde 1983/84 im Vorfeld der Bauarbeiten eine keltische Viereckschanze ausgegraben. Die Bezeichnung soll an die einst hier ansässigen Kelten erinnern. Siehe => keltische Viereckschanze. Weitere Informationen zur Vor- und Frühgeschichte finden Sie HIER.

Amselweg

Viele ausgezeichnete Sänger gehören zur Drosselfamilie: Nachtigall und Amsel sind jedermann bekannt. Nicht wenige Arten haben sich aufs engste dem Menschen angeschlossen und bewohnen in großer Zahl seine Siedlungen. Die Amsel bewohnt Europa und das mittlere Asien bis China. Ursprünglich war die Amsel, auch Schwarzdrossel genannt, ein echter Waldbewohner. Vor etwa 80 - 100 Jahren wanderte die Art in die Anlagen der Städte, in Friedhöfe, Gärten und Parks ein. Eine von mehreren Strassen in der Herdstelle, die nach einheimischen Vogelarten benannt wurden.

Bahnhofstrasse

Diese Straße führt von der Dagersheimer Straße zum Ehninger Bahnhof. Die Gäubahn von Böblingen in Richtung Herrenberg wurde 1879 eingeweiht. Im Jahr 2004 fanden anlässlich des 125-jährigen Gäubahnjubiläums zahlreiche Veranstaltungen in den Ortschaften entlang der Strecke statt.

Banater Weg

Mit der Namensgebung "Banater Weg" sollte der in Ehningen lebenden Donauschwaben gedacht sein, denn das Banat ist eines der Hauptsiedlungsgebiete dieser Volksgruppe. Das Banat liegt zwischen den Flüssen  Maros, Theiß und Donau, nach Osten wird es von den Karpaten begrenzt.

Die Besiedlung dieser Gebiete, die durch Kriege und Seuchen weitgehend entvölkert waren, begann nach den siegreichen Kämpfen des Prinzen Eugen, des Marschalls des Deutschen Reiches, gegen die Türken. Diese hatten den größten Teil  Ungarns erobert und ihrem Staat, dem Osmanischen Reiche, einverleibt (2. Belagerung Wiens 1683, Friede von Passarowitz 1718). Die Siedler kamen hauptsächlich aus dem schwäbischen und fränkischen Raum, aus dem Elsaß und Lothringen. Bis Ende des 1. Weltkrieges gehörte der donauschwäbische Raum zu Österreich-Umgarn. Nach 1918 wurde das Banat zwischen Rumänien und dem neu entstandenen Jugoslawien geteilt. Das Patenland der Donauschwaben ist Baden-Württemberg, die Patenstadt ist Sindelfingen, wo sich auch das "Haus der Donauschwaben" befindet.

Beethovenstrasse

Benannt nach Ludwig van Beethoven (1770 - 1827). Siedelte 1792 , fünf Jahre nach einem Besuch bei Mozart, von Bonn nach Wien um. Studium bei Haydn, Salieri u.a. 1795 erstes öffentliches Auftreten als Pianist, 1805 erste Aufführung seiner einzige Oper "Fidelio"; 1815 letztes öffentliches Klavierkonzert; 1818 völlige Taubheit. 9 Sinfonien, 16 Streichquartette, 32 Klaviersonaten, Chorwerke (u.a. Missa solemnis) und viele weitere Werke zeugen von seiner Schaffenskraft und seiner musikalischen Genialität.

Belchenweg

Benannt nach dem Belchen, 1414 m hoch und der dritthöchste Gipfel des Schwarzwaldes.Die umliegenden Straßen wurden ebenfalls mit Bezug zum Schwarzwald benannt. Einer der vier Höhenwanderwege, der von Pforzheim nach Basel, berührt als "Westweg" den Belchen, wo eine Tagestour endet.

Bergstrasse

Führt von der Königstraße aus relativ stark ansteigend - für Ehninger Verhältnisse - hangaufwärts. Vermutlich rührt die Bezeichnung von dieser topographischen Situation her. In K. Gleißners Buch  "Ehningen - Chronik eines schwäbischen Dorfs im Gäu" wird eine mittelalterliche Karte aus der Zeit nach 1200 abgebildet, in welcher der Bereich der Bergstrasse als "Hoher Wiel" bezeichnet wird.

Bismarckstrasse

Nach Otto Fürst von Bismarck-Schönhausen, Herzog von Lauenburg (1815 - 1898) benannt. Preußisch-deutscher Staatsmann, Gründer und erster Kanzler des Deutschen Reiches. 1851 - 1859 war er preußischer Gesandter am Bundestag in Frankfurt/M. und wurde zu einem Kämpfer für Preußens Vorherrschaft; 1859 Gesandter in St. Petersburg; 1862 wurde er preußischer Ministerpräsident. Von 1871 bis 1890 war er Kanzler des Deutschen Reichs. Die komplizierte Bündnispolitik Bismarcks sollte nicht nur dem Frieden dienen, sondern auch Frankreich in Europa isolieren, das sich dem deutschen Machtstreben entgegensetzte. Nach dem Sieg im Krieg gegen Frankreich 1870/71 konnte er in Versailles die Wiedergründung des Deutschen Reiches verkünden. Besonders bedeutsam war seine Rolle als Makler unter den europäischen Mächten beim Berliner Kongreß 1878. 1890 wurde er vom jungen Kaiser Wilhelm II. aufgrund persönlicher und sachlicher Meinungsverschiedenheiten entlassen. Innenpolitisch bedeutsam war Bismarcks Sozialgesetzgebung, moderner als in allen anderen Staaten seiner Zeit. Hintergrund war dabei wohl im wesentlichen das Bestreben, das bestehende politische und gesellschaftliche System gegenüber der aufgrund der schlechten Situation der Arbeiterschaft immer stärker werdenden sozialdemokratischen Bewegung zu schützen. Als "Eiserner Kanzler" blieb er noch lange Zeit nach seinem Tod in der Bevölkerung populär.

Böblinger Strasse

Die erste Ansiedlung bei Böblingen fällt, wie bei vielen Gemeinden des Landkreises Böblingen, in die Zeit des Aufenthalts der Römer in diesen Landen. Zu dieser Annahme berechtigen nicht nur die römischen Strassenknotenpunkte, sondern auch die vielen römischen Altertumsfunde. Nachdem die Römer vertrieben waren, besiedelten die Alemannen die Gegend, wofür viele Grabhügel aus dieser Zeit Zeugnis ablegen. Die früheste Nennung des Namens Böblingen fällt um das Jahr 1100. Der Hirschauer Codex nennt als frühesten Böblinger Ortsadel Giebehardus von Bebelingen et uxor ejus Adelheit um 1100, Arnolt de Bebelingen um 1105 und etwas später um 1150 erscheint ein Walther von Böblingen in einer Kloster Reichenbacher Urkunde. Der Name der Stadt ist höchstwahrscheinlich vom Personennamen Bobilo abgeleitet. Die Stadt, 1278 erstmals "civitas" genannt, ist vom Pfalzgrafen von Tübingen um die Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet worden. Das Schloß Böblingen ist spätestens seit 1243 Sitz einer Linie der Tübinger Pfalzgrafen. In der württembergischen Zeit war Böblingen ein beliebter Jagdaufenthaltsort und diente wahrscheinlich auch als Witwensitz, so der Mutter Mechthild und der Gemahlin Barbara des Grafen Eberhard im Bart.  Bei Böblingen schlug am 12. Mai 1525 der Truchseß Georg von Waldburg die aufständischen Bauern. In Böblingen fanden sich bis ins 19. Jahrhundert hinein alljährlich die württem- bergischen Kessler und Spengler zur Abhaltung ihres Zunftgerichtes zusammen.  Der alte Gegensatz zwischen Böblingen und Sindelfingen fand schon in der Stadterhebung Sindelfingens durch eine andere Pfalzgrafenlinie, man empfand diese Maßnahme in Böblingen als "Neidbau", ihren Ausdruck. Lange Zeit hatte Sindelfingen eine unausgesprochene Vorherrschaft als Stadt wohl wegen des Chorherrenstifts und des stärkeren Gewerbes. Erst die Verkehrsbegünstigung durch die Eisenbahn (1879) ließ Böblingen wieder an Bedeutung gewinnen.

Brechgasse

Der Name "Brechgasse" ist eine Standortbezeichnung für eine Einrichtung, die mit der Verarbeitung des auf der Markung angebauten Hanfes oder Flachses (Lein) zu tun hatte. Das Gelände der heutigen Brechgasse und des Altdorfer Weges war vor mehr als 100 Jahren ein Auffüllplatz der Gemeinde Ehningen, wie es auch die Herdstelle gewesen ist. Bei diesem Auffüllplatz hatten die Flachs- und Hanfbauern einen Platz eingerichtet, auf dem sie sechs "Brechgruben" im Ausmaß von etwa 1,5 mal 1,5  mal 1 Meter ausgehoben hatten. Über diesen Gruben war ein stabiles Gestänge errichtet worden, an das die getrockneten und geriffelten Hanf- oder Flachsbündel angelehnt wurden. Ein stetiges schwaches Feuer auf dem Grunde der Gruben sorgte dafür, dass der Flachs oder Hanf "geröstet" wurde. Durch Fingerproben prüfte man die Beschaffenheit des gerösteten "Brechgutes"  und konnte ihn nun im Freien oder auf einem überdachten Platz brechen. In der Oberamtsbeschreibung aus dem Jahr 1850 heißt es unter dem Sammelbegriff "Einzelne Culturen" u.a.: "In der Brache, welche nur in Schönaich ganz, in Maichingen und Weil im Schönbuch beinahe ganz, in den übrigen Orten aber zu 2/3 oder zur Hälfte "angeblühmt" wird, zieht man Kartoffeln, Runkelrüben, weiße Rüben, Bodenkohlraben, Spitzkohl, Erbsen, Linsen, Ackerbohnen, Futterkräuter, Flachs und Hanf."  Flachs und Hanf werden zu den sog. "Handelsgewächsen" gezählt, so dass man davon ausgehen kann, dass um das Jahr 1850 damit ein schwunghafter Handel getrieben wurde. Geerntet wird der Flachs (Lein) kurz vor der Samenreife (Juli) durch Herausziehen der ganzen Pflanze mit der Wurzel aus der Erde. Man spricht von "Flachsraufen". Danach wird die Pflanze auf der Erde getrocknet und später von den Samenkapseln befreit (geriffelt). Das so gewonnene Flachsstroh ist der Ausgangspunkt für die Aufbereitung.

Aufbereitung: Die in der Bastschicht gebundenen Faserbündel werden gelöst und für die Spinnerei vorbereitet. Hierzu dient die Röste. Man sagt: Der Flachs wird geröstet. Danach wird er gespült, getrocknet und gebrochen, um das mürbe gewordene Holz vom Bast zu lösen und gleichzeitig die Fasern voneinander zu trennen. Durch das darauffolgende "Schwingen"  werden die restlichen Holzteile entfernt. Um diesen "Schwingflachs" für die Weiterverarbeitung  in der Spinnerei brauchbar zu machen, wird der Flachs mit der Flachshechel, einem Kamm, ausgekämmt, um die noch teilweise bändchenartig zusammenhängenden Fasern in Einzelfasern aufzulösen und von etwa noch vorhandenen Holzteilchen zu befreien.

Geschichtliches: Der Flachs ist eine der ältesten Kulturpflanzen, die für die Fasergewinnung angebaut wurden. In schweizerischen Pfahlbauten aus der Jungsteinzeit aufgefundene Gerätschaften und Erzeugnisse, wie Fäden, Schnüre, Netze, Gespinste u. dgl. Zeugen von einer regelrechten Flachskultur. In Ägypten lässt sich die Flachskultur  bis ins 4. Jhdt. V. Chr. zurückverfolgen. Auch in Mesopotamien wurde der Flachs bereits vor 4000 bis 5000 Jahren angebaut. Ebenso kannten auch die alten Griechen und die Römer den Flachs als Gespinstfaser. Mit dem 30jährigen Krieg ging der Flachsanbau weitgehend zugrunde und hat sich seitdem, vor allem unter der wachsenden Baumwolleinfuhr, in Europa nicht wieder nennenswert erholt.

Nachtrag:

In den Jahren 1947 bis 1949 wurde in Ehningen zum letzten Mal Flachs angebaut, aus dem das Leinentuch hergestellt wurde. Sobald der Flachs reif war, band man ihn zu "Böckle" (kleine Garben) und stellt ihn auf, bis er trocken war. Später wurde er eingefahren und in der Scheuer "geräfft" (Trennen der Samenkapseln vom Stroh). Damit Tau, Regen und Sonne das Stroh mürbe machen und der Flachs reifen konnte, legte man ihn anschließend auf die "Spreide" (Wiese). Bei trockenem Wetter fuhr man den Flachs ein und lagerte ihn ihm "Gerech" (Giebel), bis zum nächsten Jahr, wo er vor der Ernte an heißen Tagen "gebrochen" wurde. Schließlich musste der Flachs in "Docken" gedreht und in Säcke gefüllt werden, bevor man ihn dann in die Leinenweberei (zum Umtausch gegen Tuchballen) brachte (aus: Mitteilungsblatt, 25.7.1985, S. 8)

Weitere Informationen zur Landwirtschaft in Ehningen bitte HIER klicken.

Breslauer Strasse

Mit dem Namen der Hauptstadt Schlesiens soll der Schlesier unter den in Ehningen lebenden Heimatvertriebenen gedacht werden. Erstmals wird Breslau im 10. Jahrhundert als eine zu Böhmen gehörige Burg erwähnt. 1051 wird es Bischofssitz, 1241 von den Mongolen zerstört, anschließend großzügig wieder aufgebaut, 1261 erhält es Magdeburger Stadtrecht und ist wichtiger Handelsplatz an der Oder. Seit dem 14. Jahrhundert ist Breslau Mitglied des deutschen Städtebundes, der Hanse und damals viertgrößte Stadt Deutschlands. Seit 1728 ist Breslau  Universitätsstadt. 1939 hatte Breslau 630.000 Einwohner. Schlesien (lat. Silesia) hat seinen Namen von den Sillingern, einem Teilstamm der Vandalen. Diese besiedelten das Land etwa ab 300 v. Chr.; um 350 n.Chr. verließ ein großer Teil des Stammes im Rahmen der Völkerwanderungen die Region und zog bis nach Nordafrika. Seit dem 6. Jahrhundert wanderten slawische Gruppen ein, die mit den zurückgebliebenen germanischen Gruppen verschmolzen. Ab dem 10. Jahrhundert wird das Land von dem Fürstenhaus der Piasten regiert. Diese rufen im12. und 13. Jahrhundert deutsche Siedler in das dünn besiedelte Land. Diese bilden bald die Mehrheit der Bevölkerung. Von den Piasten kommt Schlesien ab 1327 durch Erbvertrag an das Haus Luxemburg, das damals die böhmische Krone innehatte. Ab 1526 ist Böhmen mit Schlesien habsburgisch. Im Erbstreit mit Kaiserin Maria Theresia siegt Friedrich der Große. 1742 fällt der größte Teil Schlesiens an Preußen, der kleinere bleibt als Österreichisch-Schlesien bei Habsburg.

Brunnenstrasse

Auf Ehninger Gemarkung entspringen mehrere Quellen, die namentlich zum Teil schon aus frühester Zeit überliefert sind (Dotterbrunnen, Furtbrunnen, Rohrbrunnen, Steinbrunnen, Neuer Brunnen). Die Brunnenstrasse hat ihren Namen so nach einem Brunnen, der sich früher hier befand, bekommen. Am 21.9.1985, passend zur 800-Jahr-Feier, wurde zur Erinnerung in der Brunnenstrasse ein neu errichteter dekorativer Brunnen der Öffentlichkeit übergeben.

Buchenweg

Buche kommt bei uns in zwei Arten, einmal als Weiß- oder Hainbuche und als Rotbuche vor. Die Rotbuche wird bis 40 m hoch; ihre ölhaltigen Früchte, die Bucheckern, liefern u.a. Speiseöl. Ihr mäßig hartes, haltbares Holz dient als Brenn-, Faser-, Werk- und Möbelholz.

Bühlalle

Ist die künftige Haupterschließungsstraße des in 2004/2005 neu erschlossenen Baugebiets "Bühl". Der Name, 2003 festgelegt, soll die Erinnerung an die alte Flurbezeichnung Bühl wach halten, die sich auf eine Bodenerhebung bezieht (Siehe untenstehende Erläuterungen zu Bezeichnungen für Ortsteile und Flurnamen).

Burgstrasse

Die Burgstraße erinnert an die frühere Untere Burg. Beide Ehninger Burgen (die Obere Burg, das  heutige Schloß, besteht noch in Privatbesitz) stammen wohl aus der Zeit um 1300. Der Bau der Unteren Burg wird allgemein den Rittern Söler von Ehningen zugeschrieben. Die Obere Burg erhielt 1754 ihre bis heute nur wenig veränderte Form. Die Untere Burg, auf der 1522 der Reformator Johannes Brenz wohnte, wurde 1627/28 vom berühmten Baumeister Heinrich Schickhardt völlig neu gebaut. 1768 wurde die Burg an Ehninger Bürger verkauft und wohl bald danach abgerissen (nach H. Prantl). Auf alten Lageplänen (1579, 1680 und 1717) wird sie auch, wohl als Gegenstück zur Oberen Gasse (heute Teil der Königstrasse), als Untere Gasse bezeichnet (H. Keck, Ortspläne und Hofstättenlisten, im Anhang).

Siehe auch => Burgwiesenstrasse.

Mehr zu Burg/Schloß siehe => Schloß/Burg

Burgunderweg

Neben Römerweg, Frankenweg oder Alemannenweg eine weitere Straße im Gebiet der Herdstelle, die nach einem Volksstamm benannt wurde.

Burgwiesenstrasse

Die Wiesen mit der Bezeichnung Hinter der Burg (heute auch Burgwiesen genannt) gehörten zur Unteren Burg, einem der drei mittelalterlichen Schlösschen auf Ehninger Gemarkung. Die im 18. Jahrhundert abgerissene Untere Burg stand westlich vom heute noch bestehenden und bewohnten Schloß im Besitz der Familie von Breitschwerdt/von La Chevallerie, auch Obere Burg genannt. Beide lagen vom Dorf aus gesehen jenseits der Würm.

Die Untere Burg war im 14. Jahrhundert im Besitz der Familie Sölr von Richtenberg, nach 1452 gehörte sie der Kartause Güterstein und nach der Reformation dem Hause Württemberg. 1627/28 wurde sie komplett neu aufgebaut und nach verschiedenen Besitzerwechseln (u.a. Familie Breitschwert) war das Gebäude schließlich so baufällig, dass es nach dem letzten Verkauf an sechs Ehninger Bürger im Jahr 1768, die es um der Privilegien (Steuervorteile etc.) willen erworben hatten, endgültig abgerissen wurde.

Siehe auch => Burgstrasse.

Dagersheimer Strasse

Der Ort wird nach dem Hirsauer Codex erstmals im 11. Jahrhundert als Dagersheim erwähnt. Im Ortsnamen steckt wohl ein mit Dag/Tag zusammengesetzter Personenname, vielleicht Tagheri oder Dagram. Im angeführten Hirsauer Codex wird eine Urkunde angeführt, in der es heißt, dass ein Luitprant von Hausen drei Huben in Dagersheim an das Kloster Hirsau "vergabte". Der älteste bekannte Pfarrer in Dagersheim ist Waltherus plebanus de Dagersheim, im Jahre 1252 Zeuge für den Grafen Wilhelms von Tübingen in Böblingen für das ebengenannte Kloster Reichenbach.

Danziger Strasse

Danzig, bedeutende Hafenstadt, liegt an der nach ihr benannten Danziger Bucht. 1227 wurde die von deutschen Bürgern bewohnte Ortschaft nach lübischem Recht zur Stadt erhoben. 1309 wurde Danzig, das bis dahin zum Herzogtum Pomerellen gehörte, vom Deutschen Ritterorden erworben. 1361 wurde es Mitglied des norddeutschen Städtebundes, der Hanse. 1454 kam es zum Bruch mit dem Ordensstaat und Danzig begab sich unter den Schutz des polnischen Königs. Tatsächlich wurde Danzig eine freie Stadt, der polnische König besaß nur gering- fügige Hoheitsrechte. 1523 wurde die Stadt evangelisch. 1734 wurde Danzig von den Russen belagert und erobert. 1393 fiel die Stadt an Preußen, bei dem es, mit einer 7-jährigen Unterbrechung während der Herrschaft Napoleons, bis 1918 blieb. In dieser Zeit war Danzig die Hauptstadt der Provinz Westpreußen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde es ohne Befragen der Bevölkerung vom Deutschen Reich gelöst und zur "Freien Stadt" unter Völkerbundsmandat erklärt. 1942 hatte die Stadt rund 282.900 Einwohner. Durch die Kampfhandlungen gegen Ende des 2. Weltkrieges wurde die Stadt schwer zerstört. Das bedeutendste Baudenkmal Danzigs ist die Marienkirche. Sie ist das größte Gebäude der norddeutschen Backstein-Gotik. Zahlreiche prächtige Bürgerhäuser zeugten früher vom einstigem Wohlstand der Stadt, so die prunkvollen schmalen, giebelgeschmückten Patrizierhäuser mit ihren eigentümlich hohen Fenstern in Danzigs Haupt- und Geschäftsstrasse, der Langgasse, und am Langen Markt oder  das prächtige Rathaus aus dem 14. und 15. Jahrhundert mit seinem 82 m hohen Turm. Von selbstbewusstem Bürgertum zeugte auch der kostbar ausgestattete Artushof, Jahrhunderte hindurch Fest- und Versammlungsraum der alten Danziger Handelsbruderschaften. Trutzige Tore und Türme, ehrwürdige Kirchen und immer wieder fensterreiche Giebelhäuser bestimmten das Stadtbild in den übrigen Gassen der Stadt. Mitten unter ihnen erhob sich das schönste Bauwerk der norddeutschen Backsteingotik, die Marienkirche, mit ihrem die Stadt überragenden stumpfen, 76 m hohen Turm. Alle großen Strassen Danzigs, sie hießen Gassen, führten zur Mottlau, der eigentlichen Lebensader der Stadt. Von den bis 1945 erhaltenen sechs großen Toren, die die Strassen zur Mottlau hin abschlossen, war das Krantor das markanteste. Als Wahrzeichen unseres technischen Zeitalters drehen sich an Mottlau und Toter Weichsel  die riesigen Kräne der drei großen Danziger Werften. Jahrhunderte hindurch war Danzig eine der bedeutendsten Hafenstädte der Welt gewesen. Heute sind zahlreiche historische Gebäude mit hohem Aufwand wieder neu aufgebaut oder restauriert.

Eichendorffstrasse

Joseph Freiherr von Eichendorff wurde am 10. März 1788 auf Schloß Lubowitz bei Ratibor in Oberschlesien geboren. Nach dem Abschluß seines Jurastudiums in Wien kämpfte er als Freiwilliger bei den Lützow´schen Jägern im deutschen Befreiungskrieg gegen Napoleon. Von 1816 bis 1844 war er als preußischer Beamter in Breslau, Danzig, Königsberg und Berlin tätig. Eichendorff gehört zu den Dichtern der Romantik. Berühmt wurde er durch seine Gedichte, von denen viele vertont wurden, wie z.B. "Wer hat dich du schöner Wald..." , "Wem Gott will rechte Gunst erweisen ...", "In einem kühlen Wiesengrunde" und durch seine Novelle "Aus dem Leben eines Taugenichts". Eichendorff starb am 3. Juni 1857 in Neisse.

Eichenweg

Die Eiche nimmt durch Tradition, Märchen und Sage unter den deutschen Bäumen eine Sonderstellung ein. Schon das Alter, das sie erreicht, macht sie ehrwürdig. Die Griechen nannten die Waldnymphen "Dryaden" nach ihr (drys = Eiche), und der Name "Druiden" für die keltischen Priester stammt aus der gleichen Sprachwurzel. Der Eichenhain war heilig, und unter den Eichen befanden sich die heidnischen Opferstätten. Vom Christentum wurde die Eiche als heiliger Baum entthront (Bonifatius, der die "Donareiche" fällte). Der Wunderglaube blieb aber trotzdem an ihr haften. Entweder wurde sie allmählich mit dem Teufels- und Hexenglauben in Verbindung gebracht, oder sie wurde vielerorts zur "Marieneiche". Die beiden bei uns vorkommenden Arten sind die Winter-, Trauben- oder Steineiche und die Sommer- oder Stieleiche.  Das Holz ist bekannt als das festes Werkholz und seit jeher in der Möbelherstellung der Inbegriff solider Bürgerlichkeit. Die Rinde wurde und wird wegen ihres starken Gerbstoffgehaltes für Gerbzwecke verwendet. Durch neuere Gerbverfahren ist das aber zum Teil überholt und besonders "Eichenschälwälder" werden heute nicht mehr gepflanzt.  Die gerbsäurehaltigen Eichengallen der Blätter spielten früher bei der Arzneimittelherstellung und in der Färberei eine große Rolle. In den Mittelmeerländern ist die "Korkeiche" heimisch, deren Rinde zur Herstellung von Flaschenkorken und Linoleum verwendet wird.

Fasanenweg

Wohl nur aus postalischen Gründen finden wir auf der Herdstelle drei (1983!) Strassen mit Vogelnamen, denn es ist kaum anzunehmen, dass man bei der Namensgebung vor mehr als 30 Jahren an die Möglichkeit eines "Vogelherdes" auf diesem Platz gedacht hat. Möglicherweise hat auch die Nähe des Waldes eine bestimmende Rolle gespielt. Die Fasanen gehören zu den Hühnervögeln und umfassen rund 170 verschiedene Arten, die weltweit verbreitet sind. Der Jagdfasan  Asiens wurde im Mittelalter nach Deutschland gebracht und verwilderte hier.

Feldbergweg

Der Feldberg des Südschwarzwaldes  erreicht eine Höhe von 1493 Metern. Gleichfalls Feldberg heißt die höchstgelegene Gemeinde des Schwarzwaldes, die das "nur" 970 m hohe Bärental und das ganze Gelände am und um den Feldberg  umfasst. Der dazugehörige Bahnhof Feldberg-Bärental ist der höchste, den die Deutsche Bundesbahn besitzt. Der Feldberg ist der dominierende Schwerpunkt des Südschwarzwaldes. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war der 1493 m hohe Gipfel unbesiedelt. Es gab nur einfache Viehhütten und er wurde als Weide benutzt. Vor etwa 120 Jahren erfolgte der Bau eines Berggasthauses am Seebuck, der heutige Feldberger Hof. Es war der Anfang einer Reihe von Bauten verschiedenster Art, ob Aussichtsturm, Observatorium oder der mit einem Lift versehene moderne Fernsehturm. 1939 wurde die Gemeinde Feldberg geschaffen, die zugleich höchster Kurort des Schwarz- waldes ist. Hauptbestandteil dieser Gemeinde ist das bis dahin selbständige Bärental geworden, das typische Schwarzwaldhäuser hat und bäuerlichen Charakter besitzt.

Finkenweg

Eine von mehreren Strassen im Gebiet Herdstelle, die nach einheimischen Vogelarten benannt wurden.

Frankenweg

Neben Römerweg, Burgunderweg oder Alemannenweg eine weitere Straße im Gebiet der Herdstelle, die nach einem Volksstamm benannt wurde.

Friedrich-List-Strasse

Friedrich List wurde am 6. August 1798 in Reutlingen als Sohn eines Gerbermeisters geboren. Er kämpfte schon früh für die Aufhebung der Zollgrenzen in Deutschland, geriet durch sein demokratisches Auftreten  in Gegensatz zum württembergischen König und wanderte nach Amerika aus. Im Jahr 1830 kehrte er als amerikanischer Konsul nach Deutschland zurück. In Leipzig setzte er sich für die Schaffung eines deutschen  Eisenbahnnetzes ein. Seine Vorschläge für die Hauptlinien sind heute bis auf wenige Ausnahmen verwirklicht. So ist die Friedrich-List-Strasse nicht zufällig die Verlängerung der Bahnhofstrasse. Als Wirtschaftstheoretiker trat er für die Errichtung von Schutzzöllen ein. Er starb am 30. November 1846.

Fröbelweg

Friedrich Fröbel, geboren 1782 in Thüringen, gestorben 1852, ist einer der großen deutschen Jugenderzieher. Nach einer Försterlehre und einem Studium als Feldmesser in Jena entdeckte er an einer Musterschule in Frankfurt/M. seine Lebensaufgabe, den Erzieherberuf. Nachdem er als Freiwilliger an den Befreiungskriegen gegen Napoleon teilgenommen hatte, gründete er ein Erziehungsheim, an dem er "freie, denkende, selbsttätige Menschen" heranbilden wollte. Durch Wandern vermittelte er seinen Zöglingen Heimat- und Naturliebe, durch Beschäftigung in Haus-, Garten- und Landwirtschaft führte er zu Arbeit und Pflichtbewusstsein. Die Familie nannte er den Wurzelboden der Persönlichkeitsentfaltung und bejahte einen starken Gemein- schaftssinn von Familie über Volk zum Staat. Besondere Verdienste erwarb er sich bei der Entwicklung der altersgerechten Erziehung der Kleinkinder. Man kann ihn als den Vater des deutschen Kindergartens bezeichnen. Diese Einrichtung wurde weltweit eingeführt und mit ihr ist sogar das Wort "Kindergarten" in andere Sprachen übernommen worden.

Gartenstrasse

Früher hatten die Dörfer oftmals zusammenhängende Gemeindegärten oder -äcker, in denen die Dorfbewohner ihr Gemüse heranziehen konnten. Die Gartenstrasse hat ihren Namen von solchen Acker- und Gartenflächen, die sich hier früher befanden. Auch die  "Fronäcker" befanden sich früher hier und verweisen auf eine ähnliche Nutzung.

Gärtringer Weg

Die Gemeinde Gärtringen wird im Jahre 1140 erstmals erwähnt. Sie wird "Gertringen" geschrieben, wohl vom Personennamen "Gartheri" abgeleitet. Ursprünglich ein pfalzgräflich-tübingischer Ort, kam er 1382 zusammen mit Herrenberg an das Haus Württemberg. Der Ort hatte seinen eigenen, ursprünglich unter den Pfalzgrafen von Tübingen stehenden Ortsadel, dessen ältesten bekannten Glieder Sigfried und sein  Sohn Eticho, "beide gegen das Kloster Hirschau wohltätig", gewesen sind. Es folgt der Ortsadel der Herren von Gärtringen, der Harder vom Gaertringen, die Röffelin und die Söler von Richtenberg, ferner die Herren von Waldeck und die von Heimerdingen. Das Haus Württemberg kaufte im Laufe der Zeit noch weitere Besitzanteile dieser hier begüterten Herren und erwarb durch die Reformation auch vollends den hiesigen Besitz des Stifts Herrenberg und des Klosters Reutin. Das adelige Gut kam von den Hardern nach  verschiedenen Wechseln im Jahre 1640 an Johann Heinrich von Hiller, in dessen Familie es heute noch ist. Das Gärtringer Schloß stammt aus dem Jahr 1728. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die spätgotische Kirche mit ihren alten Kunstschätzen und ihren bemerkenswerten Wandmalereien. Schon in der Oberamtsbeschreibung Herrenberg aus dem Jahr 1855 steht geschrieben: "Das großartige, mit schönem Netzgewölbe gedeckte Langhaus wird von Strebepfeilern, die in dem Inneren der Kirche aufgeführt sind, und auf jeder Langseite gleichsam vier Seitennischen bilden, unterstützt. Sie enthalten ebenfalls Netzgewölbe, deren Schlusssteine schön gearbeitete Rosetten bilden." Nach Gradmann zählt die Gärtringer Kirche zu den schönsten Dorfkirchen Württembergs.

Gäublickstraße

Bezeichnung der Ringstraße im neuen Baugebiet "Bühl". Der Name deutet an, dass man vom Bühl ( = Hügel) aus einen recht guten Ausblick in das umliegende Gäu hat.

Goethestrasse

Benannt nach dem wohl größten deutschen Dichter, Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832). Sein Leben, seine Werke sind allgemein bekannt; weniger bekannt ist in der All- gemeinheit  eher über seine Vorfahren und seine Herkunft. Goethes Ahnenreihe ist interes- sant: In der Liste der Vorfahren Goethes finden wir 13 Bürgermeister, 11 Pfarrer, 12 Metzger, 8 Ratsherren, 9 Verwaltungsjuristen und 5 Bauern. Auch Lucas Cranach gehört zu den Ahnen des Dichters. Dann hören wir von einem Hufschmied aus Thüringen, der seinen Sohn das Schneiderhandwerk lernen lässt. Die Familie des Dichters schreibt in langen Reihen der Vorfahren ihrem Namen "Göthe" mit "ö", auch Gothe. Aber der Schneider Friedrich Georg Göthe passt sich in Paris der französischen Schreibweise an, die kein "ö" kennt, und ändert den ersten Vokal in "oe". Zudem spricht man seinen Namen "göt" aus. Um den letzten Vokal zu betonen, setzt auf das e ein accent aigue und schreibt sich so: "Goethé" . Fortan lesen wir den Namen Goethe mit oe und schreiben ihn auch so. Dieser Schneider Friedrich Georg Goethe arbeitet einige Jahre in Paris, kommt dann nach Frankfurt a.M., wird hier Bürger und bald ein gesuchter Schneider für die Frauen der Patrizier. Witwer geworden, heiratet der Schneider in den Gasthof "Zum Weidenhof" und wird Gastwirt. Nach seinem Tode kauft dessen vermögende Witwe das Haus am Hirschgraben und lässt ihren Sohn Johann Caspar studieren und nach dem Examen eine große Bildungsreise machen. Im Sommer des Jahres 1748 heiratet die 17jährige Tochter Catarina Elisabeth Textor den kaiserlichen Rat Johann Caspar Goethe und kommt in das Haus am Hirschgraben. Ein Jahr später, am 28. August mittags um12 Uhr wird dem jungen Paar ein Sohn geboren, der nach dem Großvater und Urgroßvater Textor, Johann Wolfgang getauft wird: Johann Wolfgang Goethe.

Grubstockweg

Die Strasse ist nach dem an ihr befindlichen Grubstock benannt. Der Grubstock war eine Steinplatte, die quer auf zwei hohen Pfosten lag und zum Abstellen der wohl überwiegend von den Frauen auf dem Kopf oder auch auf dem Rücken getragenen Lasten diente. Die Bezeichnung "grubstock" kommt vom schwäbischen "gruaba" = ausruhen. Peter Löffelad zitiert dazu folgende Aussage einer Gewährsfrau: "Wenn se da nufgloffa sen, hen se schier nemme kenna, na hen die ihr´n Kurb da abschtella kenna."

Siehe => Kleindenkmale bzw. Gruobbank

Haldenweg

Westlich vom Dorf bildete die Würm Böschungen und Abhänge. Die Bezeichnung Halde für Abhang ist im südwestdeutschen Raum weitverbreitet. Der heutige Haldenweg führt parallel oberhalb an der Würm entlang und leitet seinen Namen offenkundig von seiner Lage an der Würm ab.

Hauffstrasse

Am 29. November 1802 wurde Wilhelm Hauff in Stuttgart geboren. Vier Jahre später wurde sein Vater, Regierungssekretär und Registrator August Hauff, nach Tübingen versetzt. Hauff besuchte dort die Lateinschule und später das evangelische theologische Seminar in Blau- beuren. Nach dem Theologiestudium als Tübinger Stiftler übernahm er eine Hauslehrerstelle bei dem Freiherrn von Hügel in Stuttgart. Aus seinem Umgang mit seinen Zöglingen gingen seine zumeist im Orient spielenden Märchen wie "Kalif Storch", "Das kalte Herz", "Zwerg Nase" und viele andere mehr hervor. Reisen führten in nach Paris, Belgien, Holland, in die deutschen Hansestädte und nach Berlin. Nach seiner Rückkehr wurde er Redakteur des Cotta´schen "Morgenblatts" und konnte so seine Base Luise Hauff heiraten. In dem kurzem Zeitraum von zwei Jahren entstanden 1826/27 seine großen Romane, zuerst die an E.T.A. Hoffmann erinnernden satirischen Werke "Der Mann im Mond" und die "Mitteilungen aus den Memoiren des Satans". Berühmt machte in sein historischer Roman "Lichtenstein", der in der Zeit Herzog Ulrichs von Württemberg spielt. Mehrere Novellen und Erzählungen folgten, z.B. "Die Bettlerin von Ponts des Arts", "Jud Süß" u.a., zuletzt die weinseligen, humorvollen "Phantasien im Bremer Ratskeller". Wilhelm Hauff arbeitete in seinem letzten Lebensjahr noch an einem Roman über den Tiroler Freiheitskampf von 1809, als ihn ein Nervenfieber erfasste, dem er dann am 18. November 1827, elf Tage vor Vollendung seines 25. Lebens- jahres und wenige Tage nach der Geburt seines ersten Kindes, erlag. Auf dem Hoppenlau- friedhof in Stuttgart wurde er beigesetzt. Vom Lichtenstein stammt der Felsblock, der auf dem Grab steht.

Herdweg

Das Weidevieh wurde früher auf verschiedenen Wegen (Herdwegen) in die Hauptweide- gebiete des Dorfes getrieben. Es gab also verschiedene Herdwege. Die Herdstelle, heute ein Ortsteil von Ehningen, war früher wohl ein eingefriedeter Platz, auf dem das Vieh zu be- stimmten Zeiten oder Anlässen zusammengetrieben wurde.

Siehe => Herdstelle bei den Erläuterungen zu den Ortsteil-Bezeichnungen.

Herrenberger Strasse

Auf die ursprüngliche Bedeutung des Namens Herrenberg, eines um einen Herrensitz entstandenen Ortes, weisen dortige Ortsbezeichnungen hin, wie " wyngarten am graben under myns Herren Berg gelegen", aus dem Jahre 1470 stammend, wie die Oberamtsbeschreibung Herrenberg es ausweist. Die erstmalige Nennung des ohne Zweifel älteren Ortes fällt in das Jahr 1228. Am 28. März 1228 urkundete Pfalzgraf Rudolf von Tübingen hier auf seiner Burg für das Kloster Salmannweiler, wie er denn auch hier noch mehrere Urkunden ausstellte (OA-Beschreibung Herrenberg 1855). Unter dieser Burg bildete sich eine Gemeinde, die wohl auch die Reste der Bevölkerung von Mühlhausen und Reistingen aufgenommen hat. Als Stadt wird Herrenberg zum ersten Mal im Jahre 1278 nachgewiesen. Eine Besonderheit erfährt die Stadt Herrenberg  im Jahre 1347, als die Pfalzgrafen von Tübingen die Stadt unter sich aufteilten in eine obere und in eine untere Stadt, die daraufhin zwei getrennte Gemeinwesen hatte, die auch verschiedene Stadtsiegel benutzten. Diese Trennung dauerte aber nur bis zum Jahr 1382, jenem Zeitpunkt, als die ganze Stadt an das Haus Württemberg kam. Herrenberg wurde württembergische Amts- bzw. Oberamtsstadt, die durch einen Brand im Jahre 1635 fast ganz zerstört wurde. Die Stiftskirche, begonnen um das Jahr 1300, wurde unter dem Grafen Eberhart im Bart vollendet. Das Prunkstück dieser Kirche ist unzweifelhaft der Flügelaltar von Jörg Ratgeb. Sicher ist, dass in der ersten Bauperiode bereits die Entscheidung gefallen ist, statt einer Basilika mit hohem Mittelschiff und niedrigen Seitenschiffen eine "Hallenkirche"  mit drei nahezu gleich hohen gewölbten Schiffen zu bauen. Diese Hallenkirche sollte die erste in Schwaben und zugleich Vorbild für weitere sein. Es vergingen immerhin 170 Jahre, bis das heutige Bauwerk in seiner Einzigartigkeit im Lande fertig geworden ist.

Hildrizhausener Strasse

Der Ortsname Hildratshusin (auch: Hilterathusen , Hiltrateshusen) ist von dem altdeutschen Namen Hilderat abgeleitet. Der Ort wurde auch öfters nur "Hausen", häufig mit dem Zusatz im Schönbuch genannt. Auch heute sagt man häufig: man geht nach Hausen, und meint damit den Ort Hildrizhausen. Die erstmalige Nennung des Ortes fällt in das Jahr 1165, als Welf VII. im Kampf gegen den Pfalzgrafen Hugo von Tübingen dessen Burg in Hildrizhausen zerstörte. Die Pfalzgrafen veräußerten den Ort zusammen mit Herrenberg an das Haus Württemberg im Jahre 1382. Die Oberamtsbeschreibung aus dem Jahr 1855 vermerkt auch ganz besonders, dass "ein sechsröhriger Brunnen den Ort in reichlicher Fülle mit vortrefflichem Trinkwasser versorgt, das von den in 1/8 Stunde westlich vom Dorf in mehreren starken Quellen entspringenden Heilbrunnen zugeleitet wird." Zur Zeit der Verfassung der Oberamtsbeschreibung im Jahre 1855 muß die Würm ein stattlicher, wasserreicher Bach gewesen sein, heißt es doch, "die als bescheidener Bach beginnende Würm erhält so starken Zufluss von allen Seiten, dass sie so stark genug wird, ganz in der Nähe des Ortes die obere Mühle mit zwei Mahlgängen und einem Gerbgang, und einige Schritte weiter unten, die untere Mühle mit einem Mahlgang und einem Gerbgang das ganze Jahr über zu betreiben." Auch von einem drei Morgen großen See beim Seebrunnen ist die Rede, der aber schon seit 70 Jahren in landwirtschaftliche Fläche umgewandelt wurde. Wer sich dem Ort nähert, dem fällt besonders die Kirche zum Hl. Niko- demus auf, die in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts als dreischiffige Pfeilerbasilika angelegt worden ist. Der Turm mit seinem schlanken spitzen Zeltdach ist für die hiesige Gegend etwas Ungewöhnliches, ebenso auch seine glasierte Eindeckung.

Hintere Burgwiesen

Der Name bezieht sich auf die Lage des Geländes hinter der ehemaligen Unteren Burg.

Siehe => Burgstrasse und => Burgwiesenstrasse

Hoher Garten

Der Hohe Garten befand sich am früheren Dorfrand bei der Ziegelwiese. Der Garten lag offenbar auf einer terrassenförmigen Erhöhung. Vom Ortskern aus gesehen dahinter, in etwa in dem Bereich zwischen Würm, der heutigen Königstrasse und der Leimentalstraße, lag dann das Gewann "Hinter den Gärten". Die Straßenbezeichnung erinnert an diesen ehemaligen Garten und den daraus abgeleiteten alten Flurnamen. Es gab, wie aus anderen Flurnamen zu schließen ist, mehrere solcher Gärten rund um das alte Dorf.

Vergleiche => Gartenstrasse.

Hölderlinstrasse

Der Dichter Friedrich Hölderlin wurde am 20. März 1770 in Lauffen am Neckar geboren. Er besuchte zunächst die Klosterschulen in Denkendorf und Maulbronn, danach das Tübinger Stift, wo er mit dem Philosophen Hegel Freundschaft schloss. 1794 ging er nach Jena, vor allem, um in der Nähe Schillers zu sein. Im Jahr 1800 kehrte er nach Württemberg zurück, wo ihm die Widrigkeiten des Lebens stark zusetzten. Hölderlin sah im antiken Griechentum das Ideal wahrer Menschlichkeit; am Zwiespalt zwischen diesem Ideal und der Wirklichkeit, die ihn umgab, ging er zugrunde. Unheilbar geisteskrank verbrachte er den Rest seines Lebens in Tübingen (im "Hölderlinturm" am Neckar), wo er am 7. Juni 1843 starb. Hölderlin schrieb zahlreiche feinfühlige Gedichte,  in denen er versucht, das Gute im Menschen zu wecken; sein Werk zeigt seine Verbundenheit mit Heimat und Volk.

Im Letten

Das heutige Gewerbegebiet Letten am südwestlichen Dorfrand wurde nach einem Gewand, das zwischen Gärtringer Weg und Herrenberger Weg lag, benannt. Letten ist ein Lehmboden von minderer Qualität, der schwer zu bewirtschaften war und auch nur für billige Tonwaren genutzt werden konnte. Die Bezeichnung erscheint erstmals im Lagerbuch von 1495.

Im Mahden

Das Gewann Mahden bestand früher aus einmähdigen Wiesen; heute ist dort, im Tal unterhalb vom Rohrbunnen, Ackerland. Ein Teil des Gewanns ist heute überbaut und von der Umgehungsstrasse durchzogen. Die Bezeichnung ist erstmals im Lagerbuch von 1523 nachgewiesen.

Kapellenstrasse

Südwestlich vom Dorf am Herrenberger Weg (Herrenberger Strasse) befand sich eine Kapelle, auch Herrenberger Käppele oder Unserer Frauen Kapelle genannt. Nach diesem Käppele wurde ein Gewann zwischen dem Herrenberger und dem Gärtringer Weg bezeichnet. In der Kieser´schen Forstkarte von 1681 sind zwei Kapellen außerhalb des Etters zu erkennen. In der Oberamtsbeschreibung von 1850 werden zwei - schon damals nicht mehr vorhandene - Kapellen erwähnt, die St. Veit und St. Johannes gewidmet gewesen sein sollen. Dort wird auch auf ein Gewann "jenseits der Würm" als "bei der Kapelle" verwiesen, von wo sich der heutige Strassenname ableitet. Gleissner erwähnt in seiner Ortschronik die gleichen Kapellen. Die zweite Kapelle lokalisiert er auf dem Gelände des heutigen Steinmetzbetriebs Benzinger.

Karlsbader Strasse

Der bekannte Kurort Karlsbad liegt im Egerland (Sudeten). Der Sage nach soll die heiße Heilquelle von Karl IV ( 1346 - 1378), dem deutschen Kaiser und König von Böhmen, auf einer Jagd entdeckt worden sein. Von ihm erhielt der Ort den Namen und 1370 die Stadt- rechte. Vor dem 2. Weltkrieg hatte die Stadt etwa 53.000 Einwohner. Neben seinen Heilquellen wurde Karlsbad auch durch sein wertvolles Porzellan und durch die Karlsbader Oblaten, ein zartes Süßgebäck in dünnen Scheiben, bekannt. Mit dieser Straßenbezeichnung sollte an die in Ehningen lebenden Egerländer erinnert werden.

Karpatenweg

Die Karpaten sind ein großer Gebirgszug, der von der Donau bei Bratislava in weitem Bogen zunächst die Slowakei nach Norden abgrenzt, dann mit seinem Hauptkamm die Grenze zwischen der Slowakei und Polen bildet und nach einem Stück durch die Ukraine über Rumänien wieder bis an die Donau verläuft. Der Ehninger Straßenname wurde den Karpatendeutschen gewidmet, die in Ehningen die zweitstärkste Vertriebenengruppe bilden. Die vor dem 2. Weltkrieg rund 150.000 Karpatendeutschen  siedelten vor allem im Umland von Bratislava (damals Pressburg), im Hauerland (Kremnitz) und in der Zips mit der Stadt Käsmark. Die Karpatendeutschen stammen aus den unterschiedlichsten Gegenden Deutsch- lands, auch aus Flandern und Tirol. Sie waren dem Ruf ungarischer Könige hauptsächlich im 13. und 14. Jahrhundert gefolgt. Als Bergleute, Handwerker und Bauern sollten sie den Wohlstand des Landes mehren und unbewohnte Räume urbar machen und besiedeln. Für die Zips galt noch besonders der Auftrag, mit festen Städten das Land, das bis 1918 zu Ungarn gehörte, gegen feindliche Einfälle zu schützen.

Keltenweg

Neben Römerweg, Burgunderweg oder Alemannenweg eine weitere nach einem Volk oder Volksstamm benannte Straße im Gebiet der Herdstelle. Bei Ausgrabungen 1984 im Bereich der keltischen Viereckschanze (heute: IBM; Am Keltenwald) wurde ein Reliefstein gefunden (vermutlich von einem keltischen Künstler in der Zeit zwischen 150 - 230 n. Chr. erschaffen). Auf dem stark beschädigten Stein sind zwei Gottheiten dargestellt: links die Siegesgöttin Viktoria mit einem großen Schild in der Hand, rechts der Kriegsgott Mars mit einem Helm. Eine Nachbildung wurde im Mai 2003 am  =>Römerweg aufgestellt. Weitere Informationen zur Vor- und Frühgeschichte finden Sie HIER.

Kniebisweg

Die Schwarzwaldhochstraße erreicht am sog. "Kniebisstock"  das größte Berggebiet im Nordschwarzwald. Es bildet zugleich den Paß zwischen Frankreich bzw. dem Elsaß und Deutschland bzw. Württemberg. Über den Kniebis führte in einstigen Zeiten die schnellste Verbindung von Paris nach Wien. Kein Wunder, wenn dieser Paß strategische Bedeutung erhielt. Drei Befestigungen in Form von Schanzen wurden zur Zeit des 30-jährigen Krieges bzw. im 18. Jahrhundert hier angelegt, von denen man noch einige Rest entdecken kann. An die dritte erinnert der Berggasthof "Alexanderschanze" auf dem höchsten Punkt des Kniebis: 973 m. Hier in der Nähe befand sich auch der Bunker des sog. Führerhauptquartiers im Frankreichfeldzug. Landschaftlich bietet der Kniebis neben seinen Waldgebieten zwischen Zuflucht und Alexanderschanze ein Hochmoor, das unter Landschaftsschutz steht. Dennoch wirkt die Landschaft, außer bei Nebel, nie düster, sondern abwechslungsreich und freundlich.

Königstrasse

Die "Kö" ist die Hauptverkehrsachse innerhalb des Ortes. In einer Karte aus der Zeit nach 1200 wird der Teil der heutigen Königstrasse, der vom früheren Oberen = Böblinger Tor in Richtung Herrenberg (bis zum früheren Herrenberger = Unteren Tor) führt, als "Lange Gasse" bezeichnet (K. Gleißner: "Ehningen - Chronik eines schwäbischen Dorfs im Gäu", S. 20). In Lageplänen von 1579. 1680 und 1717 heißt sie Obere Gasse (H. Keck, Ortspläne und Hofstättenlisten von Ehningen; Lagepläne im Anhang). Die Herkunft des Namens "Königstraße" ist nicht eindeutig. Vermutlich wurde sie - wie in zahlreichen anderen Orten auch - zu Ehren des Landesherren so bezeichnet.

Königsberger Strasse

Königsberg, heute Kaliningrad, ist eine bedeutende Hafen- und Industriestadt am Pregel nahe der Mündung ins Frische Haff. Mit dem Namen dieser Stadt soll an das ehemalige deutsche Ostpreußen erinnert werden. Ostpreußen, mit 37.000 qkm etwas größer als Baden-Württemberg heute, hatte 1939 etwa 2,5 Mio. Einwohner und war als "Kornkammer" stark landwirtschaftlich geprägt. Der größte Teil der Küste wird durch zwei schmale Landzungen, das Frische und das Kurische Haff, gebildet, hinter denen sich die Nehrungen, als Teile der Ostsee, befinden. Die Masurischen Seen im Süden Ostpreußens sind ein herrliches Erholungsgebiet. Ostpreußen war von einem baltischen Stamm, den Pruzzen, besiedelt gewesen, der, krie- gerisch und heidnisch, seine polnischen Nachbarn im Süden bedrängte. Auf die Bitte des polnischen Fürsten Konrad von Masovien entsandten Kaiser und Papst im Jahr 1226 den Deutschen Ritterorden, um das Land für das Christentum zu gewinnen. Dies gelang nach zahlreichen Kämpfen, an denen sich Kreuzzugsheere aus ganz Europa beteiligten. So wurde die Burg Königsberg im Jahr 1255 zu Ehren des Böhmenkönigs Ottokar II. gegründet. Nach der Eroberung und Bekehrung der Pruzzen war Ostpreußen über Jahrhunderte ein geistliches Fürstentum unter der unmittelbaren Schirmherrschaft des Papstes.  Seit 1544 ist Königsberg Universitätsstadt. Mit ihr ist der Name des großen Philosophen Immanuel Kant untrennbar verbunden.

Krickerhauer Strasse

Die zweitstärkste Gruppe der Heimatvertriebenen in Ehningen sind die Karpatendeutschen. Die meisten der Ehninger Karpatendeutschen stammen aus dem Ort Krickerhau im Hauerland (Slowakei). Krickerhau wurde im Jahr 1376 von Heinrich Kricker aus Kremnitz gegründet. Das "Hau" bedeutet Rodung. Es wurde als Waldhufendorf für etwa 70 Bauernhöfe angelegt.  Jeder Siedler bekam ein Stück Wald, seine Hufe, in deren Mitte er sein Haus baute und seine Felder anlegte. Aus der Mundart der Krickerhauer schließt man, dass die Siedler aus dem schlesischen und bairisch-österreichischem Raum gekommen sein müssen. Der slowakische Name für Krickerhau ist "Handlova". Das Wort leitet sich vom Vornamen des Gründers Heinrich (dort mundartlich "Handl") ab und könnte mit "Heinrichs" übersetzt werden. Krickerhau hatte eine bewegte Geschichte. Von etwa 1500 bis 1660 war der Ort evangelisch. 1599 wurde er von türkischen Truppen niedergebrannt. Die Entdeckung eines Braunkohlen- lagers führte dazu, dass ein Bergwerk angelegt wurde, das auch slowakische Arbeiter anzog. So hatte Krickerhau vor dem 2. Weltkrieg rund 12.000 Einwohner, davon etwa 7.000 deutschstämmige. Aus Krickerhau stammte auch der Gründer der katholischen Gemeinde in Ehningen, Dekan Josef Pöß.

Leimentalstraße

Das Leimental ist eine Bodensenke am westlichen Dorfrand zwischen der Halde und der Mahden; heute zerschneidet die Umgehungsstrasse das teilweise überbaute Gewand. Leimen ist die in der Mundart gebräuchliche Form für Lehm.

Lenauweg

Nikolaus Niembsch, Edler von Strehlenau, wurde 1802 in Csatad im Banat geboren und starb 1850 in Oberdöbling bei Wien. Sein Dichtername "Lenau" sind die beiden letzten Silben seines Namens von Strehlenau. In seiner Zeit wurde er durch stimmungsvolle Gedichte und Balladen berühmt. Viele seiner Gedichte wurden vertont, so das heute noch gesungene Lied von den "Drei Zigeunern". Dem Land Württemberg war er durch seine Freundschaft zum schwäbischen Dichterkreis, besonders zu Justinus Kerner, verbunden. Auch über die Wurmlinger Kapelle schrieb er ein schönes Gedicht. Nach einem unsteten und unglücklichen Leben starb er in geistiger Umnachtung.

Lerchenweg

"An ihren bunten Liedern klettert die Lerche seelig in die Luft", schreibt der Dichter Nikolaus Lenau. Die Lerche gehört zu den sog. "Echten Singvögeln", die rund 4000 Arten und damit fast die Hälfte aller Vögel umfassen. Der tonerzeugende Stimmapparat, die Syrinx, ist bei den "Echten Singvögeln" am höchsten ausgebildet und mit mindestens 7 Paar Stimmmuskeln ausgestattet. Nur wenige Lerchen besitzen auffällig gefärbte Gefiederpartien, einige zeigen Federschöpfe oder Federohren. Viele Arten sind in ihrer Färbung dem Untergrund angepasst. So findet man in Südafrika auf rötlichem Boden ebenso gefärbte Lerchen, wie man auf grauem Untergrund graugetönte antrifft. 75 Arten bilden diese Familie, die meisten von ihnen sind in Afrika  beheimatet. Unsere Feldlerche ist in Nordamerika und Australien angesiedelt worden. Seitdem der Mensch die Erdoberfläche weithin in eine Kultursteppe verwandelt hat, haben die Lerchen viele Landstriche neue besiedelt.

Lindenstrasse

Nordgermanisch bedeutet linda = Bast, Binde. Früher wurde in Gärtnereien auch tatsächlich viel Lindenbast verwendet; in Russland heute noch, wo der Bast auch zum Flechten von Matten gebraucht wird. Die Linde kommt bei uns in zwei Arten vor: die Sommerlinde, die bis zu 30m hoch wird, und die etwas kleinere Winterlinde. Die Blüten der Winterlinde kommen etwa 14 Tage später, außerdem duften sie weniger stark als die der Sommerlinde. Beide blühen in der Zeit Mai/Juni, wo sie besonders in der Nacht einen ausgeprägten Duft ver- strömen. Als Waldbaum ist die Linde weniger geschätzt, da sie an den Boden große Anfor- derungen stellt, dabei aber wenig Nutzwert hat. Sie wächst schnell, erreicht nach 20 - 25 Jahren schon Schlagreife und kann sehr alt werden, etwa bis zu 1000 Jahre. Die Linde steht dem Volksempfinden viel näher als die Eiche, wobei man nur an ihre Rolle als "Dorflinde" zu denken braucht. In Ehningen ist sie als "Hohe-Stein-Linde" bekannt geworden, auch als Friedenslinde vor dem Pfarrhaus. Bei den alten Germanen war sie die Stätte, wo die Feme abgehalten wurde; ihr wurde die Kraft zugeschrieben, vor Blitz und Zauberei zu schützen. Dichter haben sie wohl von allen Bäumen am meisten besungen (z.B. "Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum ..."). Ebenso ist das Lindenblatt be- kannt, das Siegfried beim Baden im Drachenblut die verwundbare Stelle verschuldete. Die weite Verbreitung in früheren Zeiten erkennt man heute noch an vielen Ortsnamen und Straßennamen in den Ortschaften, die sich von Linde ableiten: Lindenau, Lindenberg, Linden- tal, Unter den Linden usw.. Das Holz der Linde ist sehr weich und wird deshalb gerne zu Schnitzarbeiten verwendet, so für Heiligenstatuen in der Holzbildhauerei, man nannte es deshalb sogar "lignum sanctum" = Heiligenholz. Wegen des Gehaltes an Gerbstoff, ätherischen Ölen und Hesperidin sind die Blüten seit alters her sehr beliebt für schweißtreibenden und krampflindernden Lindenblütentee.

Maurener Strasse

Zur Maurener Strasse sei ein Auszug aus der Beschreibung des Oberamtes Böblingen aus dem Jahre 1850 wiedergegeben: "Mauren, ein dem Freiherrn von König  gehöriges Schlossgut mit 27 Einwohnern, liegt an einem südlichen Thalabhange gegen die Würm, ¾ Stunden östlich von seinem Mutterort Ehningen. Das ansehnliche Schloß, welches in den Jahren 1615 - 17 durch den berühmten Baumeister Schikart von Herrenberg in einem einfachen, soliden Styl erbaut wurde, hat auf den Ecken viereckige Thürmchen, die übrigens nicht so hoch sind, als das sehr namhafte Dach des Schlosses. Eine besondere Zierde dieses freundlichen Ortes ist die alte, ansehnliche, im germanischen (gothischen) Style erbaute Liebfrauenkirche mit ihren hohen, spitzbogigen, prachtvoll gefüllten Fenstern. Das Chor scheint älter zu seyn als das Schiff der Kirche. Mit dem Schiff der Kirche hat der gegenwärtige Besitzer des Schlossgutes eine bedeutende Veränderung vornehmen lassen, indem er, da die Kirche für die kleine Gemeinde zu groß war, das Schiff zu einem Magazin benutzte, dagegen den spitzen Triumphbogen zwischen dem Chor und dem Schiff zumauern und das Chor zur Kirche herstellen ließ. Papst Bonifaz IX. verlieh den 5. Mai 1393 der S. Marien- und S. Pelagius-Kapelle in Mauren eine Ablassbulle für ihre Besucher; sofast geschahen starke Wallfahrten hierher und entstand der Bolei- (d.h. Pelagius-) Markt. Durch die Reformation gingen die hiesigen Rechte des Klosters Bebenhausen an das Haus Württemberg über, unter welchem der Ort in kirchlicher Beziehung von nun an stund." Mauren hatte früher zeitweise eine eigene Schule und wurde 1851 nach Ehningen "eingemeindet". Von dem erwähnten Schloß, das im 2. Weltkrieg bei einem Bombenangriff zerstört wurde, stehen heute nur noch die Grundmauern.

Mercedesstrasse

Die Ehninger Mercedesstraße erschließt mit das Gewerbegebiet auf dem Gelände des früheren Flurstückes "Eingemachtes Wäldle", das bis zu dieser Verwendung als gemeindeeigenes Baumfeld und als Kleingartengelände genutzt wurde. Die Frage nach dem Ursprung des Namens Mercedes ist immer wieder gestellt worden, und manche Legende und eine Unzahl von Geschichten ranken sich um diesen Namen. Mercedes ist nicht der Name einer Tochter des Mannheimer Erfinders Karl Benz. Auch die Tochter des genialen Konstrukteurs Wilhelm Maybach hieß nicht so, und Gottlieb Daimler, der so erfolgreiche schwäbische Tüftler, hatte auch keine Tochter dieses Namens. Mercedes ist ein spanischer Mädchenname und bedeutet "Gnade". Mercedes hieß auch die  1889 in Wien geborene Lieblingstochter des in Nizza lebenden österreichischen Großkauf- manns und Generalkonsuls Emil Jellinek war. Als sportinteressierter und fortschrittlicher Mann wandte sich Jellinek begeistert dem beginnenden Automobilismus zu, von dessen Bedeutung für die Zukunft er überzeugt war. So reiste er 1897 eigens nach Cannstatt, wo Gottlieb Daimler im Jahre 1890 sein Automobilunternehmen gegründet hatte. Jellinek kaufte dort einen Wagen, der an der französischen Riviera beträchtliches Aufsehen erregte. Aufgrund seiner guten Beziehungen zur internationalen Aristokratie und Finanzwelt vermittelte er der Firma Daimler immer mehr Aufträge. Zu der Tourenfahrt von Nizza im Jahre 1899 meldete Emil Jellinek unter dem Pseudonym "Mercedes" einen 23-PS-Daimler-Rennwagen,, der den ersten Preis errang. Im Jahre darauf ereignete sich bei einem Bergrennen ein tödlicher Unfall, worauf sich Daimler - auf Anregung von Jellinek - zu einer neuen Wagenkonzeption entschloss, die von Wilhelm Maybach unterstützt wurde: ein größerer Radstand, ein niederer Schwerpunkt und größere Motorenleistung waren die Kennzeichen dieses neuen Typs. Jellinek bestellte 36 Wagen im Gesamtwert von 550.000 Goldmark, weil er vom Erfolg dieser Neukonstruktion überzeugt war. Er knüpfte daran allerdings eine Forderung: ihm sollte der Alleinvertrieb für einige Länder überlassen werden. Daimler stimmte zu, und der Vorschlag, diesen Wagen nach seiner Tochter "Mercedes" zu benennen, wurde ebenfalls akzeptiert. Als man erkannte, dass sich die Bezeichnung gut eingeführt hatte, entschloss man sich, diesen Namen allen Wagen zu geben. Mit den großen Rennerfolgen des ersten Mercedes begann 1901 die "Ära Mercedes" im Automobilbau und Motorsport.  Nach dem Tod ihres Vaters Gottlieb Daimler suchten seine beiden Söhne nach einem charakteristischen Warenzeichen. Sie erinnerten sich, dass der Vater einst auf einer Postkarte über seinem Deutzer Wohnhaus einen wegweisenden Stern gezeichnet und der Mutter bedeutet hatte, dieser Stern werde einmal segensreich über seinem Werk aufgehen. Im Jahre 1909 wurde vom Vorstand der Daimler-Gesellschaft sowohl ein Dreizack- als auch ein Vierzackstern als Warenzeichen angemeldet. Von den beiden Zeichen, die beide gesetzlich geschützt waren, kam nur der Dreizackstern zur Anwendung. Vorne an der Kühlerhaube wurde er plastisch angebracht.  Die Gestalt des Sterne sollte so auch die dreifache Motorisierung auf dem Lande, zu Wasser und in der Luft symbolisieren. 1916 umgab man den Stern mit einem Kreis und so wurde er 1923 in die Register für Musterschutz eingetragen. Als sich im Jahre 1926 die beiden ältesten Automobilfabriken zu einem Unternehmen - der Daimler-Benz-AG - zusammenschlossen, wurde ein neues Markenzeichen geschaffen, das die wesentlichen Embleme beider Firmen umfassten: den Dreizackstern der Daimler-Gesellschaft umgab man mit ihrer Wortmarke "Mercedes" und dem ebenso ruhmreichen Markennamen "Benz", dessen Lorbeerkranz beide Worte verband. Dieses Warenzeichen - im Laufe der Jahrzehnte kaum verändert - schmückt heute noch die Erzeugnisse der Daimler-Benz-AG

Ministrantenweg

Dieser Weg entlang der K 1001von der Herdstelle nach Mauren wurde in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts von Ehninger Ministranten angelegt und hat daher seinen Namen bekommen.

Mörikestrasse

Benannt nach dem schwäbischen Dichter Eduard Mörike (1804 - 1875). Geboren in Ludwigsburg, studierte er 1822 - 1826 Theologie im Tübinger Stift.. Anschließend Vikariate in verschiedenen kleinen württembergischen Flecken. Ab 1834 Pfarrer in Cleversulzbach, ab 1844 in Mergentheim. Heirat 1851 mit Margarete von Speeth. 1851 bis zur Pensionierung 1867 Pfarrer in Stuttgart. Bekannte Werke: Die Geschichte von der schönen Lau; Das Stuttgarter Hutzelmännchen; Die Geister vom Mummelsee u.v.m.

Moltkestrasse

Nach dem preußischen General-Feldmarschall Helmut Graf von Moltke benannt. Moltkes Siege, besonders der von Sedan, haben die Wiedergründung des Deutschen Reiches am 18. Januar 1871 ermöglicht. Helmut von Moltke entstammte einer alten mecklembur- gischen Familie. Er wurde 1800 in Parchim geboren und starb 1891 in Berlin. Seine militärische Laufbahn begann er in Dänemark, 1822 trat er in preußische Dienste. 1836 bis 39 war er Beamter in der Türkei, 1858 wurde er Chef des preußischen Generalstabes. 1864 war er Oberbefehlshaber der österreichisch-preußischen Armee im Krieg des Deutschen Bundes zur Befreiung Schleswigs gegen Dänemark. 1866 entschied er in der Schlacht bei Königsgrätz den Streit der beiden großen Herrschergeschlechter, der Habsburger und der Hohenzollern. 1867 bis 91 war Moltke Reichstagsabgeordneter. Als Mensch galt er als anspruchslos, bescheiden und wortkarg. Er wurde daher auch als der "große Schweiger" bezeichnet.

Mozartstrasse

Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Januar 1756 in Salzburg geboren. Sein Vater war der Hofkomponist und Kapellmeister Leopold Mozart. Die musikalische Begabung des jungen Mozart wurde schon früh vom Vater entdeckt und gefördert.  Mit 6 Jahren machte er mit dem Vater die erste Konzertreise durch Europa. 1769 wurde er in Salzburg erzbischöf- licher Konzertmeister; 1777 gab er diese Stelle auf, weil er sich gebunden fühlte, kehrte jedoch nach einer Studienreise nach Mannheim und Paris nach Salzburg in die alte Stellung zurück. Wegen Spannungen mit dem Erzbischof zog Mozart 1781 nach Wien um und heiratete Constanze Weber. Dort entstanden die bekanntesten Werke wie die Opern "Die Entführung aus dem Serail", "Figaros Hochzeit", "Don Giovanni" und "Die Zauberflöte", Symphonien, Klavierkonzerte, Serenaden oder Kammermusiken. In Wien schloss Mozart auch mit Haydn Freundschaft; Mozart gehört mit Haydn und Beethoven zu den große Vertretern der Wiener Klassik. Mit der "Zauberflöte" verhalf er der deutschen Oper zum Durchbruch; vorher wurden Opern nur in italienischer Sprache gesungen. Mozart starb am 5. Dezember 1791 in großer Armut und wurde in einem Massengrab beigesetzt.

Pressburger Strasse

Mit der Bezeichnung "Pressburger Strasse" wollte Ehningen einer der drei Hauptgruppen der Karpatendeutschen, der Deutschen aus der Slowakei, gedenken. Während die Zips und das Hauerland Sprachinseln waren, war Pressburg mit seinem Umland Bestandteil eines  geschlossenen deutschen Siedlungsgebietes. Man sprach dort auch jene mittelbairische Mundart, wie sie im benachbarte Niederösterreich oder dem nahen Südmähren gesprochen wurde. Es liegt nur 50 km östlich von Wien und ist ein wichtiger Donauhafen. Der Name wird erstmals in der Form Brezalauspurc im Jahre 907 erwähnt. Pressburg kam mit den Gebieten von Wieselburg, Ödenburg und Steinamanger als Mitgift der bayrischen Prinzessin Gisela an Ungarn. Sie heiratete 995 Stephan, der als der Heilige und als Gründer des Königreichs Ungarn in die Geschichte eingegangen ist. Um 1200 wurde die Siedlung zur Stadt erhoben und war von 1526 bis 1784 die Hauptstadt Ungarns. 1918 wurde die Stadt der neu geschaffenen Tschechoslowakei zugeschlagen. 1939 bis 1945 war Pressburg die Haupt- stadt des selbständigen Staates Slowakei. Nach 1945 wurde Pressburg unter dem Namen Bratislava die Hauptstadt des Bundeslandes Slowakei der CSSR. Inzwischen ist sie wieder Hauptstadt der wieder selbständigen Slowakei.

Rosenstrasse

Die Rosengewächse bilden eine große Pflanzenfamilie mit weltweit mehr als 2000 Arten, die als Kräuter und Holzgewächse teilweise wichtige Kulturpflanzen sind, die  meist Obst liefern: Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume, Aprikose, Pfirsiche; aber auch Erdbeeren, Himbeeren oder Brombeeren gehören dazu. Als Arzneipflanzen sind bekannt: Frauenmantel, Blutwurz; als Zierpflanzen u.a. Spierstrauch, Geißbart oder Feuerdorn. Am bekanntesten ist natürlich die Gattung Rosa mit den schon in der Antike berühmten Rosen. Mit der Einführung der Bengalrose und der Teerose Ende des 18. Jhdts. aus China nahm die Rosenzucht in Europa einen enormen Aufschwung.  Aus den Blütenblättern besonders der Damaszenerrose wird das begehrte Rosenöl (Bulgarien, Südfrankreich) gewonnen.

Römerweg

Neben Keltenweg, Burgunderweg, Frankenweg oder Alemannenweg eine weitere nach einem Volk oder Volksstamm benannte Straße im Gebiet der Herdstelle. Im Bereich der Herdstelle wurden Reste einer Straße römischen Ursprungs gefunden. Die Benennung der Straße soll an diese historische Straße erinnern. Bei Ausgrabungen 1984 im Bereich der keltischen Viereckschanze (heute: IBM; Am Keltenwald) wurde ein Reliefstein gefunden (vermutlich von einem keltischen Künstler in der Zeit zwischen 150 - 230 n. Chr. erschaffen). Auf dem stark beschädigten Stein sind zwei Gottheiten dargestellt: links die Siegesgöttin Viktoria mit einem großen Schild in der Hand, rechts der Kriegsgott Mars mit einem Helm. Eine Nachbildung wurde im Mai 2003 am Römerweg aufgestellt. Siehe auch: => Keltenweg. Weitere Informationen zur Vor- und Frühgeschichte finden Sie HIER.

Schafberg

Nach mündlicher Überlieferung befand sich, etwa auf dem Gelände des heutigen Parkplatzes gegenüber vom "Rössle" an der Königstrasse,  eine Schäferei. Die zugehörigen Weiden lagen oberhalb des Stalls am Hang, woher die Bezeichnung Schafberg stammt.

Schillerstrasse

Unter den schlecht ausgebildeten, mühsam zum Kriegsdienst gezwungenen württem-bergischen Truppen, die 1756 bei Ausbruch des Siebenjährigen Krieges gegen Preußen marschierten, befand sich auch als einfacher Fähnrich und Adjutant Johann Casper Schiller, der Vater des Dichters Johann Christoph Friedrich Schiller (siehe => Streuobstwiesen). In seinen Lebenserinnerungen hat er drei Jahrzehnte später die wenig ruhmvollen Feldzüge jener Jahre geschildert und erzählt von schweren Niederlagen bei Leuthen, von den vielen Desertationen und von dem furchtbaren schlesischen Winter, in dem eine Seuche die Hälfte aller noch übriggebliebenen Landsleute hinraffte. Mitten zwischen den Berichten über das kriegerische Geschehen findet sich nüchtern und knapp der Satz: "1759, den 10. November, ist mein Sohn Johann Christoph Friedrich Schiller zu Marbach geboren."

Das alte Herzogtum Württemberg war um die Mitte des 18. Jahrhunderts ein kleines bescheidenes Land. Es zählte nur eine halbe Million Einwohner, und Stuttgart mit 20.000, Tübingen mit 6.000 und Ludwigsburg mit 5.000 Bürgern waren die größten Städte. Schiller sollte nach dem Willen seines Vaters Pfarrer werden, auch er selbst wollte es so. Da griff der Herzog, des Vaters Dienstherr, mit der unerbittlichen Härte des absoluten Herrschers ein. Karl Eugen hatte eine Heimschule gegründet, die er "militärische Pflanzschule" nannte. Hier erzog er mit soldatischer Härte junge Menschen zu Offizieren und Beamten. Widerwillig trat Schiller als Dreizehnjähriger in die Karlsschule ein, in der er acht Jahre lang gegen seinen Willen blieb und die ihm verhasste Unform tragen und den geistlosen Drill ertragen musste. Wohl wenig anderes prägte den späteren Dichter so stark in seiner Persönlichkeit, in seinem Freiheitswillen und in seinem Kampf gegen jede Unterdrückung, wie gerade diese Zeit. Eines Tages besichtigte Goethe diese Schule. Bei einer Schülervorstellung zu Ehren des Weimarer Gastes spielte Schiller die Hauptrolle, und zwar, wie der Herzog urteilt, "abscheulich, kreischend und brüllend". Goethe fiel der zwanzigjährige Mann nicht besonders auf. Wahrscheinlich hätte Schiller mehr Eindruck mit einer Lesung seines Dramas "Die Räuber" gemacht, das damals fast vollendet war. Aber der junge Dichter, der sein Stück heimlich zu Papier gebracht hatte, durfte es vorerst nicht wagen, damit hervorzutreten. Freiherr von Dal-berg, der Leiter des damals weltbekannten Mannheimer Nationaltheaters, führte "Die Räuber" 1782 in Anwesenheit des jungen Dichters auf. Schiller erlebte einen unerwartet großen Theatererfolg: Wie hieß es damals in einer Theaterkritik: "Das Theater glich einem Irrenhaus, rollende Augen, geballte Fäuste, heisere Aufschreie im Zuschauerraum. Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme, Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Tür. Es war eine allgemeine Auflösung wie im Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht." Friedrich Schiller war mit einem Schlage berühmt geworden.

Schlossstrasse

Bezieht ihre Bezeichnung von dem markanten, an dieser Straße liegenden Ehninger Schloß, der ehemaligen Oberen Burg (siehe oben,  => Burgwiesenstraße). Auf einem Ortsplan von Ehningen um 1523 ist sie schon als Burgweg bezeichnet, erscheint aber später (1680, 1717 ) als Furt-Gasse (H. Keck, Ortspläne und Hofstättenlisten; Anhang)

Siehe => Schloß/Burg

Schmale Gasse

Enge Gasse im alten Ortskern. Die Bezeichnung der Gasse spricht für sich. Nach der erfolgten Ortskernsanierung zeigt sich die Schmale Gasse als ein malerischer, idyllischer Flecken mitten im Ort. Auf Lageplänen  von 1579, 1680 und 1717 (H. Keck) wird sie als Gäßlin, Unteres Gäßlin oder Hinteres Gäßle bezeichnet.

Schulstrasse

Die Schulstraße, ganz im alten Ortsteil gelegen, hat ihren Namen von der Tatsache her, dass in ihr die beiden alten Schulgebäude der Gemeinde, Schulstr. 1 und Schulstr. 3, liegen. Die beiden Schulgebäude, das eine im Jahr 1824, das andere im 1834 errichtet, beherbergten auch die Lehrerwohnungen. An der Schule unterrichteten im Jahr 1850 ein Schulmeister, 1 Unterlehrer und 1 Lehrgehilfe. In der Oberamtsbeschreibung aus dem Jahr 1850 heißt es, dass die hier bestandenen Industrie- und Kleinkinderschulen seit 2 Jahren eingegangen sind. Karl Gleißner nennt in seiner "Ehninger Chronik" als ersten Schulmeister des Ortes Jakob Widmann, der in der Zeit von 1540 - 1546 aufgeführt ist. Von einem seiner Nachfolger, dem Magister Isaak Münderlin, der, wie es heißt, "im Schuldienst nicht unerfahren war", weiß die Chronik zu berichten, dass ihm die Gemeinde Ehningen ein kleines Haus mit einem kleinen Gärtlein und einer Scheuer zur Nutzung überlassen hat, wobei das Gärtlein um 1600 mit Zwiebeln und Kappel bepflanzt war. Dazu kam noch ein Stück Wiese, doch der Bach, der an der Wiese vorbeifloß, lief nicht selten über und schwemmte alles Futter hinweg. Damals war es allgemein üblich, dass der Schulmeister auch alle "Fleckensachen" zu schreiben hatte. Da heißt es aber in der "Schulgeschichte des Kreises Böblingen" unter dem Stichwort Ehningen, dass aus dieser Verpflichtung dem Magister Isaak Münderlin "reichlich Verdruß" entstand.  Wohl hatte er sich, wie für 1601 vermeldet wird, als ein frommer Mann erwiesen und war im Winter hindurch fleißig in der Schule gewesen. 50 Knaben hat er unterrichtet, nur mit der "Fleckenschreiberei" war man unzufrieden. Man wollte ihn aus diesem Amt weghaben. Aber sein Vorgänger an der Schule und nunmehrige Schultheiß Johann Klein setzte sich stark für ihn ein, denn, so sagte er, was der Schulmeister nicht erledigen könne, das wolle er wohl selber schreiben. Doch das missfiel wiederum den Ehningern, denn sie wollten nicht, dass der Schultheiß Rechnungen führte, kurz,   "dass er nicht alle Sach unter der Hand habe". So musste der Magister Munderlin "betrübt" seine Entlassung annehmen, zog nach Böblingen, wo er dort als "Teutscher Schulmeister" Arbeit und Brot fand. Zu Georgi 1602 zog Martin Bürcklin aus Balingen als neuer Schulmeister auf. Die Wahl war auf ihn gefallen, weil er mit der "Schreiberei wohl vertraut war", hatte er doch bisher  als "Scribent" gedient. Der neue Schulmeister ließ sich im ersten Jahr als Schulmeister und Messner gut an, doch bald merkten die Ehninger, dass er mehr "Gerichtsschreiber" auf dem Rathaus als Schulmeister war. Was weiter wurde, das liest man am besten selbst in der "Schulgeschichte des Landkreises Böblingen" von Felix Burkhardt. Dort wird so manches Schicksal recht humorvoll geschildert. Eine zeitgeschichtlich sehr interessante Darstellung der Schulen des Kreises Böblingen.

Siehe => Schule

Schützenmahdenstrasse

Das (oder die) Schützenmahd lag nordöstlich vom Ort hinter dem alten Mühlweg oberhalb vom Böblinger Weg. Der Name bezieht sich nicht auf die Berufsbezeichnung Schütze, sondern auf eine Stauvorrichtung (= Schutz, Schütze, fem.) in einem Bewässerungsgraben beim Mühlweg. Siehe auch "Mahden". Die Bezeichnung Schützenmahden für das Gewann ist seit 1495 nachgewiesen.

Schwarzwaldstrasse

Warum der Schwarzwald, der doch so grün von Tannen und Wiesen ist, eigentlich als "schwarzer Wald" bezeichnet wird, hat sich mancher von uns wohl schon oft gefragt. Die beiden Erklärungen, die es gibt, stimmen wohl gleichermaßen. Schwarz und unheimlich erschien dieser Wald viele Jahrhunderte hindurch unseren Vorfahren. Wie wild und finster er damals war, können wir uns dank einer systematischen Forstwirtschaft und der Erschließung durch ein engmaschiges Straßennetz gar nicht mehr  vorstellen. Noch vor 400 Jahren waren im Schwarzwald Bären heimisch und im 19.Jhdt. erst wurden die letzten Wölfe geschossen. Manche alte Sage weiß von unheimlichen Gestalten zu berichten. Der Fremdenverkehr begann erst vor rund hundert Jahren. Aber vom Schwarzwald spricht man auch, weil die gewaltigen Rot- und Weißtannen je nach Lichtver- hältnissen durchaus schwarz wirken und das dichte Nadelholz kaum Licht durchlässt. 21 Seen, 6 Talsperren, 11 Wasserfälle, heilklimatische Kurorte und Bäder prägen zusammen mit vielen anderen landschaftlichen Eindrücken den Schwarzwald, in dem das typische Schwarzwaldhaus auch heute zu Hause ist und im Freilichtmuseum in seiner ursprünglichen Form betrachtet werden kann.

Siegfriedstrasse

Über Jahrhunderte hinweg war das Ehninger Schloß, die frühere Obere Burg, im direkten Besitz der Familie von Breitschwert. Der letzte Träger dieses Namens, Otto Freiherr von Breitschwert, starb 1910 im Alter von 81 Jahren kinderlos. Das Schloß ging dann im Wege der Erbfolge auf eine Seitenlinie der Familie über, auf den damaligen preußischen Oberstleutnant Siegfried von La Chevallerie. Nach seinem Vornamen ist die Siegfriedstrasse bezeichnet. Als "Reitender Artillerist" (K. Gleissner) war er ein vielfach ausgezeichneter Reiter und gehörte auch dem Johanniterorden an. Von 1914 bis 1918 nahm er am 1. Weltkrieg teil und führte dann noch bis März 1920 eine mobile Division an der polnischen Grenze. 1920 reichte er als Generalleutnant und Divisionskommandeur seinen Abschied ein. Neben anderen Orden war er auch mit dem "Pour le Merite" mit Eichenlaub ausgezeichnet worden und wurde noch zum General der Artillerie befördert. Geboren wurde Siegfried von La Chevallerie, der von allen nur als "Seine Exzellenz" tituliert wurde, 1860 in Danzig. Er ließ das Schloß umfangreich renovieren, bevor er mit seiner Familie 1920 hier seinen dauernden Wohnsitz nahm und hier bis zu seinem Tod 1950 lebte. Sein Enkel Botho von La Chevallerie, inzwischen pensionierter Kinderarzt, lebt heute mit seiner Familie auf dem Schloß.

Siehe => Schloß/Burg

Silcherweg

Friedrich Silcher wurde 1789 in Schnait (heute Ortsteil von Weinstadt) geboren. Er war ursprünglich als Lehrgehilfe und Lehrer in Fellbach, Schorndorf und Ludwigsburg tätig, entschied sich aber nach Kontakten mit Carl Maria von Weber und Konradin Kreutzer für die Musik. Bereits 1817 wurde er zum Universitäts-Musikdirektor und als Musiklehrer an das evangelische Stift in Tübingen berufen. Er sammelte, bearbeitete und schrieb Volkslieder und Kirchenmusik und förderte die Schul- und Hausmusik. Im Mittelpunkt seines Schaffens stand die musikalische Volkserziehung im Sinne Pestalozzis, dessen Ideen ihn entscheidend prägten. Viele seiner Lieder gehören zu den bedeutendsten deutschen Volksliedern überhaupt, so z.B. "Ännchen von Tharau", "Alle Jahre wieder", "Ich weiß nicht was soll es bedeuten". Silcher starb 1860 in Tübingen. 1912 wurde das vom Schwäbischen Sängerbund errichtete Silchermuseum in Silchers Geburtshaus, dem alten Schulhaus in Schnait, eingeweiht.

Starenweg

Stare gehören zu den Singvögeln. Sie sind gesellige Höhlenbrüter, die im Sommer häufig in kleinen Gruppen auf Wiesen, Feldern oder gerne auch in Gärten auftauchen und gemeinsam auf Futtersuche gehen. Die bei uns heimischen Stare sind Zugvögel, die in der Wärme Afrikas überwintern.

Steinstrasse

Schon vor dem heutigen Steinwerk wurde früher in Ehningen, im Bereich Aidlinger Straße/ Steinstraße, Muschelkalk gebrochen. Die Steinstraße hat ihren Namen nach diesem alten Steinbruch.

Steinwerkstrasse

Diese Strasse  entstand mit dem Bau der Nordwestlichen Randstraße und erhielt ihren Namen nach dem hier ansässigen Steinwerk der Firma Baresel.

Stettiner Strasse

Stettin war der größte deutsche Ostseehafen. Die Stadt liegt an der Mündung der Oder  in das Stettiner Haff. Als Hauptstadt des Landes Pommern war sie auch Behörden-, Schul- und Industriestadt. Sie hatte 1939 383.000 Einwohner. Im Jahr 1243 wurde Stettin mit Magdeburger Recht zur Stadt erhoben. 1278 wurde es Mitglied des norddeutschen Städtebundes, der Hanse. 1523 wurde die Stadt evangelisch. Während des 30-jährigen Krieges (1618 - 1648) setzten sich die Schweden in Stettin, wie in großen Gebieten Pommerns, fest. Erst 1677 konnte der Große Kurfürst von Brandenburg die Stadt befreien. 1720 kam Stettin zu Preußen, bei dem es mit ganz Pommern bis 1945 blieb. Mit der Namensgebung Stettiner Strasse wollte Ehningen an das ganze Land Pommern erinnern.

Sudetenweg                           

Die Sudeten sind ein Gebirgszug, der Tschechien (ehemals Böhmen/Mähren) gegen das heute polnische Schlesien abgrenzt. Die bekanntesten Teilgebirge dieses Zuges sind das Riesengebirge, das Adlergebirge und das Altvatergebirge. Nach den Sudeten nannte man diese Gebiete auch die Sudentenländer und die dort beheimateten Deutschen die Sudentendeutschen. Das Sudetengebiet ist heute Bestandteil des tschechischen Staates. Von den in Ehningen lebenden Vertriebenen stammt etwa die Hälfte aus dem Sudentengebiet.

Talstraße

Die Talstraße wurde Ende der 20er Jahre des 20. Jhdts. als feste Verbindung zwischen der Hildrizhauser Straße und der Königstraße gebaut. Sie führte durch niedriges, teilweise sumpfiges Gelände entlang der Würm. Im Vergleich zum etwas höher gelegenen alten Ortskern lag diese Straße im Tal. Die Talstrasse hieß im Volksmund auch "Sägemehlstraße"

Troppauer Strasse

Benannt nach der Stadt Troppau in Tschechien. Nach dem Siebenjährigen Krieg hatte Friedrich der Große von der österreichischen Kaiserin Maria-Theresia in den Friedensverhandlungen ganz Schlesien verlangte. Dabei ist seinen Unterhändlern wohl ein "geo-grafischer Lapsus" passiert, als sie sich anscheinend auf der Landkarte nicht gut mit den Grenzen auskannten, die Oppa als Quellfluss der Oder betrachteten und so ein kleiner Teil des Landes Schlesien bei Österreich-Ungarn blieb. Maria-Theresia soll damals geklagt haben: " Den Garten, damit meinte sie die fruchtbare Oderniederung, hat er mir genommen, den Zaun (das weniger fruchtbare Gebirgsmassiv) hat er mir gelassen." Seit dieser Zeit gab es ein "Österreichisch-Schlesien" in der alten Donaumonarchie, das dann im Zuge der Friedensverhandlungen von Versailles zur Tschechoslowakei kam. Troppau, dessen Landeshauptstadt, zeichnete sich vor allem durch ein reges kulturelles Leben aus. Hier waren auch die Bildungseinrichtungen wie Lehrerbildungsanstalten, Gymnasien, Realschulen, Realgymnasien, Lyzeen, Frauenarbeitsschulen, Gewerbeschulen und Fachschulen konzentriert. Sein Landestheater war weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt, ebenso auch sein Landesmuseum und sein naturhistorisches Museum. In sportlicher Hinsicht bot die Stadt mit ca. 20.000 Einwohnern neben seinen Turn- und Sportvereinen auch dem Eiskunstlauf und dem Eishockey eine Heimat, und der TEV (Troppauer Eislaufverein) hatte in den zwanziger und dreißiger Jahren  oft Gäste internationalen Formates zu Gast. Sein Rathaus, das Schmetterhaus, galt als ein besonders gutes Beispiel spätgotischer Baukunst.  Troppau, tschechisch Opava, ist heute eine moderne Industriestadt.

Uhlandstrasse

Ludwig Uhland lebte vom 26. April 1787 bis 13. November 1862. Sein Geburts- und Sterbeort ist Tübingen. Er studierte Rechtswissenschaft und Sprachen. In seinem wechselreichen Leben übte er verschiedene Berufe aus. So war er im juristischen Staatsdienst, selbständiger Rechtsanwalt, Professor für deutsche Sprache und Literatur in Tübingen und schließlich Privatgelehrter. Immer aber war er politisch tätig und vor allem einer der großen deutschen Dichter. Als Politiker war er Landtagsabgeordneter und Angehöriger der ersten deutschen Parlaments 1848 in der Paulskirche zu Frankfurt. Seine Einstellung war allzeit demokratisch, freiheitlich und großdeutsch. Als Dichter gehört  er zur "Schwäbischen Schule", die in die Spätromantik einzuordnen ist. Seine Gedichte verbinden zarte Gefühltiefe und strenge Sittlichkeit. Er ist ein großer Meister der geschichtlichen Ballade. Zu seinen bekanntesten unsterblichen Dichtungen gehören: "Droben stehet die Kapelle", "Ich hatt´ einen Kameraden" und die Balladen "Schwäbische Kunde", "Des Sängers Fluch" oder "Graf Eberhart im Rauschebart".

Waagstrasse

Das Gewann namens Waag liegt östlich vom Ort vor der Herdstelle; heute im Winkel von B 14 und Maurener Straße. Dort war früher offenbar ein Gewässer, denn Waag  bedeutet tiefes Wasserloch.

Waldstrasse

Die Waldstrasse ist eine der beiden Straßen, die das Gewerbegebiet im östlichen Teil der Gemeinde erschließen. Da sie das Gewerbegebiet gegen den Wald hin abgrenzt, wurde ihr dieser Name gegeben.

Weinbergweg

Der Namen "Weinbergweg"  erinnert an jene Zeit, als auch in der Gemeinde Ehningen auf einer kleinen Fläche Wein angebaut wurde. In der Oberamtsbeschreibung aus dem Jahr 1850 heißt es wörtlich: "Von geringem Belang ist die Obstzucht, der die häufigen Frühlingsfröste und der scharfe Thalzug hemmend entgegentreten und welche sich deßhalb hauptsächlich nur auf das Pflanzen der Bäume an den Hauptstrassen beschränkt. An einem südlich gelegenen Bergabhang "Wingertsberg" wurde früher auf 17 Morgen Weinbau betrieben, welcher 1771 aufgegeben wurde." Der "Thalzug" war wohl doch mit den Frühlingsfrösten zusammen keine gute Voraussetzung für den Weinbau in Ehningen. Die genannte Oberamts- beschreibung aus dem Jahr 1850 vermerkt aber, dass im Jahr 1849 insgesamt im Bezirk nur noch 47 Morgen im Ertrag standen, von welchen 96 Eimer Wein gewonnen worden sind. Außer dem Sylvaner wurden v.a. Elbling oder Gutedel angebaut.

Wilhelmstrasse

Diese Straße wurde 1911 projektiert im Zusammenhang mit den Neubauplänen für die Fronäckerschule. Benannt wurde sie höchstwahrscheinlich zu Ehren des damaligen Königs Wilhelm II. von Württemberg, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Thronjubiläum feierte. Der heutige obere Teil der Wilhelmstrasse hieß früher Bahnhofstrasse.

Zeisigweg

Der Zeisig gehört zu der Gattung der Finken. Diese Straße im Gebiet "Herdstelle" wurde wie einige andere auch nach einer heimischen Vögelgattung benannt.

Ziegelweg

Die Ziegelhütte, wo der in der Gemarkung Ehningen in großer Menge vorkommende Lehm gebrannt wurde, befand sich am südwestlichen Dorfrand. Südlich davon lagen die nach der Ziegelhütte benannten Felder. Der Straßenname erinnert an die frühere Ziegelhütte.